LRSt-Jahreshauptversammlung am 24.9.2022 in Regenstauf:
Rückblick auf ein Jahr voller Aktivitäten

  • Um kurz nach 14:00 Uhr begrüßt der Stützpunktleiter Jörg Weishaupt, Regensburg, die angereisten Teilnehmer und freut sich, dass die Veranstaltung dieses Mal in seinem Stützpunktbereich, in der Jahnhalle in Regenstauf, stattfindet.


    Präsident Karl Herrmann bedankt sich für die Vorarbeiten und den gut gewählten Ort für die Jahreshauptversammlung und erinnert daran, dass er unweit von hier – vor 20 Jahren – zum Präsidenten der Luftrettungsstaffel gewählt wurde. Allerdings in der Dorfwirtschaft, die von den Räumlichkeiten her wesentlich weniger attraktiv gewesen war. Der Präsident stellt fest, dass zur Versammlung fristgemäß eingeladen wurde und dass sie beschlussfähig ist.

    Beim Gedenken an die Verstorbenen der Staffel erinnert Herrmann stellvertretend an Alfred Neubert, der als Pilot der Luftrettungsstaffel, als Pressereferent und als Fluglehrer in den Weiterbildungen der Luftrettungsstaffel sein umfangreiches Wissen und Können eingebracht hat. Er wird uns unvergesslich bleiben!

    Im Rückblick auf das vergangene Jahr stellt der Präsident Herrmann fest, dass dies ein außergewöhnliches Jahr gewesen sei: es habe Personalwechsel gegeben, die sich durch alle Ebenen des Innenministeriums bis hin zu den Regierungen zogen. Von Staatssekretär Gerhard Eck zum Nachfolger Sandro Kirchner, von Gunnar Wiegand zu Wolfgang Zachert in der Abteilung „ I D4 – Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz im Staatsministerium des Innern“; Sachgebietsleiter Herbert Feulner sei verabschiedet und durch Frank Unkroth ersetzt worden, und als Nachfolger von Peter Hallermeier und Ingo Schmitz hat Frau Martina Range ihr Amt angetreten, und arbeitet seit ihrem Amtsantritt daran, das seit langem vermisste IMS auf den Weg zu bringen.

    Die Zusammenarbeit nach den Wechseln ist problemlos angelaufen. Ein erstes positives Ergebnis ist die zügige Genehmigung der vorgeschlagenen Flugstundenpreise gewesen.

    Auch die persönliche Kontaktaufnahme zwischen den beteiligten Personen hat sehr positiv begonnen. Frank Unkroth und Ramona Range waren kürzlich zu einer Gesprächsrunde mit dem LRSt-Präidenten in Giebelstadt. Auch Innenstaatssekretär Sandro Kirchner ließ es sich nicht nehmen, zu einem Besuch der Luftrettungsstaffel, auf den VLP Giebelstadt anzureisen. Von dort aus konnte er sich gleich ein Bild vom schnellen Einsatzhubschrauber (SEH) machen, mit dem er persönlich die Schäden eines größeren Waldbrandes in seinem Heimatbezirk, der am Vortag gelöscht worden war, aus der Luft in Augenschein nehmen konnte.

    Sehr positiv bewertet Präsident Herrmann die Tatsache, dass es während der gesamten Dauer der Corona-Pandemie keinen einzigen Fall einer bekannten Ansteckung im Dienst oder bei einer Veranstaltung der Luftrettungsstaffel gegeben habe: ein Beleg dafür, dass die Maßnahmen der Luftrettungsstaffel zum Infektionsschutz ein gutes Konzept darstellen und auch beachtet werden.

    Probleme der Luftbeobachter hat man seitens der Ausbilder festgestellt, wenn LBO, die längere Zeit nicht eingesetzt waren, B.O.S.-Funkgeräte nutzten mussten. Es hat sich gezeigt, dass zu wenig praktische Erfahrungen und Übungen im Umgang mit den Digitalfunkgeräten vorliegen. Hier gibt es dringenden Übungsbedarf bei den kommenden Stufe II-Fortbildungen auf Regierungsebene. Angedacht ist, die Pflichtfortbildungen für Luftbeobachter zu dokumentieren und die Einsatzfähigkeit der LBO vom Besuch abhängig zu machen.

  • Ärgerlich und peinlich sei es gewesen, dass man mit viel Aufwand eine Weiterbildung für LRSt-Personal in der Feuerwehrschule und auf dem VLP Giebelstadt auf die Beine gestellt habe, die aber leider abgesagt werden musste. Eine Wortmeldung aus der Versammlung bekräftigt, dass die LRSt-Schulungen stets gut organisiert und erstklassig gewesen sein, und auch aus dem Plenum kommt ein deutliches Bedauern, dass solche Weiterbildungen nicht immer entsprechend gewürdigt und wahrgenommen werden.

    Ein Wermutstropfen in der jüngsten Personalentwicklung sei, dass es in der Feuerwehrschule in Würzburg wesentliche personelle Wechsel gegeben habe. Dadurch sei es schwieriger geworden, persönliche Kontakte neu zu knüpfen und aufrecht zu erhalten. Hier vertraut der Präsident auf die Unterstützung im kommenden Jahr vom LBO-Ausbildungsreferent Hermann Stieber.

    Das nächste Jubiläum „55 Jahre Luftrettungsstaffel Bayern“, das in 2023 mit einem Staatsemfang in Würzburg stattfinden soll, kündigt Karl Herrmann an. Es ist nicht beabsichtigt eine neue Festschrift zu erstellen, da sich seit der letzten Auflage, auch durch Corona bedingt, nicht allzu viel Neues ergeben hat.

    2023 werde es auf allen Ebenen der Luftrettungsstaffel Neuwahlen geben. Präsident Herrmann fordert die Anwesenden auf, sich dafür einzusetzen, dass für Aufgaben auf allen Führungsebenen der Luftrettungsstaffel kompetente Mitarbeiter gehalten oder gefunden werden, um die Arbeit der Luftrettungsstaffel erfolgreich fort zu setzen.

    Die Versammlung nimmt den von Schatzmeister Dieter Naber vorgetragenen Kassenbericht 2021 zur Kenntnis und spricht Schatzmeister und Präsidium, nach dem Revisionsbericht von Bernd Große und Daniel Schwenzel, einstimmig deren Entlastung aus.

    In den Berichten der Referenten beklagt auch Hermann Stieber (schriftlich) den Ausfall der Luftbeobachter-Fortbildung Stufe II als ärgerlich. Jörg Herrmannsdörfer, Referat „Hubschrauber und Drohnen“, bedauert die fehlenden Stützpunktausbildungen für Piloten und Luftbeobachter. Gerade auch im Umgang mit Hubschraubern sei es wichtig, spezifischen Gefahren vorzubeugen. Eine Gefahr gehe inzwischen häufig für die Piloten der Luftrettungsstaffel von den Drohnen aus, die oft von Feuerwehren, manchmal auch von unbeteiligten Laien verbotswidrig in der Umgebung von Einsatzstellen zu finden seien. Es ist anzuraten, dass man beim Anflug zu einer Einsatzstelle frühzeitig abkläre, ob die beteiligten Feuerwehren Drohnen in der Luft haben. Sei dies der Fall, müsse der Pilot entweder fordern, dass die beteiligte Drohne unverzüglich landet, oder den Einsatz abbrechen.

    Karl Herrmann Junior, Referat Einsatz, berichtet über ein sehr aktives Jahr der Luftrettungsstaffel: 599 angeforderte Einsätze mit 826 geflogenen Stunden seien ein Spitzenergebnis. Besorgniserregend die Zahl der aus der Luft entdecken Schäden: 43 Waldbrände, 128 – teils sehr weitläufige – Flächenbrände, 13 Gebäudebrände und 11 Kfz-Brände konnte die Luftrettungsstaffel entdecken und lokalisieren. Ein Beleg dafür, wie wichtig der Dienst der Luftrettungsstaffel ist, aber im Hinblick auf die Schadens- und Klimaentwicklung signifikant und dramatisch.
    Aktuell stehen 353 Einsatzpiloten der Luftrettungsstaffel Bayern e. V. zur Verfügung, und man hofft, dass sich ihr Durchschnittsalter (derzeit 59,2 Jahre) weiter senken lässt.

    Steffen Gerstner, vertreten durch Karl Herrmann Junior, berichtet aus seinem Bereich „Ausbildung“, dass 2022 nur 15 Luftbeobachter in Giebelstadt den Aufbaulehrgang Stufe III besuchten und keine weiteren Aus- und Fortbildungen stattfanden.

    Pressereferent Georg Lehmacher verzeichnete zwölf neue Berichte, die von ihm auf der Website eingestellt wurden. Auch in seinem Bereich habe es in diesem Jahr mehr Anfragen von Journalisten als in früheren Jahren gegeben, die er in den meisten Fällen wegen der Frage nach Detailinformationen an die Stützpunkte oder an den LRSt-Präsidenten weitergegeben habe. Im Herbst/Winter stehe ein größeres Update der Website an, um diese weiterhin sicher betreiben zu können.

    Präsident Herrmann stellte gegen Ende der Jahreshauptversammlung fest, dass keine Anträge eingegangen seien. Die Versammlung entschied sich für Kempten als Ort der Jahreshauptversammlung 2023.


    Präsident Karl Herrmann bedankte sich für die zahlreiche und aktive Teilnahme an der Jahreshauptversammlung, die er für äußerst wichtig halte, um sich auszutauschen, und persönliche Kontakte aufrecht zu erhalten. Er wünschte allen Teilnehmern einen sichern Weg nach Hause und ein gesundes Wiedersehen.