40. Ausbildungslehrgang für Luftbeobachter
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22 erwartungsvolle Luftbeobachteranwärter trafen sich an der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg, um ihre Ausbildung zum Luftbeobachter (LBO) in einem Wochenlehrgang zu beginnen. War der erste Tag noch der Theorie gewidmet: Kartenkunde, Kartenskizzen Bilddokumentationen und Einsatzberichte erstellen und Sprechfunktheorie bildeten den inhaltlichen Rahmen, wartete ab dem zweiten Tag das neue Arbeitsmittel „Flugzeug“ auf die sechs Kameradinnen und 16 Kameraden.
Einführung in die Kunst der Navigation: Wichtig ist, trotzdem Anzukommen!Nach der herzlichen Begrüßung auf dem Verkehrslandeplatz Giebelstadt wurde es Ernst: Nach der Einführung in die Geheimnisse der Navigation durch Frank Kurtz und Jörg Herrmannsdörfer und den notwendigen Sicherheitseinweisungen am Hubschrauber und am Flächenflugzeug, ging es in die Luft. Neben der Navigation mussten anspruchsvolle Aufgaben abgearbeitet werden: Erstellen von Dokumentationsaufnahmen für die Einsatzleitung, Schätzen von Brandflächen, Erkennen und Rauchsäulen und deren Lokalisierung, Zeitberechnungen … Anschließend erfolgte mit jedem Team die Nachbesprechung und Auswertung der Flugergebnisse in der Einsatzleitung. Vor und nach dem Flugbetrieb erfolgten weitere Unterrichte in Instrumentenkunde und über die körperlichen Belastungen bei Einsatzflügen. Hier stand dem Kurs erstmals der Fliegerarzt Dr. Adalbert Weber zur Verfügung. Viel über die Auswirkungen der Wetterfaktoren auf den Flugbetrieb erfuhren die zukünftigen LBO von LRSt-Präsident Karl Herrmann. Abgerundet wurden die Unterrichtsinhalte durch die Ausführungen von Horst Kühnlein zur Wald– und Vegetationsbrandbekämpfung. Umfassend vorbereitet traten so die 22 Anwärter zur theoretischen Prüfung an. 48 Fragen, quer durch alle Unterrichtsgebiete, galt es richtig zu beantworten, was dann auch allen Prüflingen überzeugend gelang! Derart bestätigt konnte jeder den traditionellen Kameradschaftsabend genießen.
Bisher ein seltenes Bild: „Gemischte Teams“ nun auch bei der LBO-Ausbildung -
Am Freitag der krönende Abschluss: Jedes LBO-Team musste sein Können auf einem anspruchsvollen Einsatzflug – ohne Mithilfe des LRSt-Piloten – unter Beweis stellen und mindestens „befriedigende“ Ergebnisse erzielen. Dieses Ziel erreichen alle Prüflinge in überzeugender Weise! Sicher haben die idealen Wetterbedingungen während des gesamten Lehrgangs ihren Teil dazu beigetragen. So konnte der neue Lehrgangsleiter Andreas Büttner allen Lehrgangsteilnehmern die erfolgreiche Teilnahme bestätigen und sie in den Kreis der Staatlichen Luftbeobachter aufnehmen. Seinen Glückwünschen schloss sich LRSt-Präsident Herrmann an und überreichte den neuen LBO das Ärmelabzeichen der Luftrettungsstaffel Bayern, um sie dann auf die Heimfahrt zu entlassen.
22 neue Luftbeobachter, darunter sechs Frauen, stehen ab sofort für ihre Einsätze bereit. Die Kameraden der Feuerwehrschule Würzburg und das Ausbildungsteam der Luftrettungsstaffel haben wieder eine hervorragende Ausbildungsleistung erbracht. Bilanz der praktischen LBO-Ausbildung: 80 Starts für 51 Flugstunden bewältigt von den LRSt-Piloten Jörg Herrmannsdörfer (Stp. Bayreuth), Steffen Gerschner Stp. Mainbullau, Dirk Linz, (Stp. Haßfurt), Peter Wiggen und Wolfgang Lischka (Stp. Schweinfurt).Und noch ein realer Waldbrand
Auf dem abendlichen Rückflug vom Lehrgang in Giebelstadt zu seinem Stützpunkt Haßfurt sichtete LRSt-Pilot Dirk Lins eine Rauchsäule nördlich von Ochsenfurt und flog diese unverzüglich an. Es stellte sich heraus, dass es sich um einen beginnenden Waldbrand handelte. Bereits ca. 400 m² befanden sich in Brand. Da er keinen LBO mehr an Bord hatte und an den Leitstellen keine Flugfunkgeräte mehr vorgehalten werden, mussten die Einsatzkräfte per Flugfunk über Giebelstadt INFORMATION alarmiert und eingewiesen werden. Nachdem die Bodenkräfte an der Brandstelle eingetroffen waren konnte Einsatzpilot Lins seinen Heimflug fortsetzen.
Die effektivste Art der Waldbrandbekämpfung: frühestmögliche Entdeckung des Feuers. So kann mit relativ wenigen Kräften und geringeren Mitteln eine Ausbreitung des Brandes verhindert werden. Bildautor: Dirk Lins
