Geschichte der Luftrettungsstaffel Bayern e.V.

1967
Vorgespräche über den Aufbau der geplanten „Luftrettungsstaffel Süd“

1968
Während der Osterfeiertage erster Einsatz der LRSt Bayern zur Verkehrsbeobachtung über südbayrischen Autobahnen.
20. Juli: Auf dem Flugplatz München-Neubiberg wird die LRSt Bayern der Öffentlichkeit vorgestellt. General a.D. Erich Hampe übergibt die Abzeichen der Staffel an deren ersten Leiter, Walter Lill und an weitere 69 Piloten. Auf 12 Stützpunkten stehen 33 Flächenflugzeuge und 2 Hubschrauber bereit. Die ersten Stützpunktleiter sind: Fritz Hobrack (Arnbruck), Franz Strobel (Augsburg), Friedrich Gerfertz (Bamberg), Karl Schmitt (Bayreuth), Franz Hofmann (Haßfurt), Hermann Streng (Herzogenaurach), Josef Barnsteiner (Kempten), Hubert Eilbacher (Mainbullau), Hans Fetzer (München), Gerhard Bertram (Passau), Josef Wieser (Bad Reichenhall) und Ernst Schramm (Schwabach).
23. Oktober: Erster Luftbeobachter-Lehrgang der LRSt in München.

1969
Mai: Zweiter Luftbeobachter-Lehrgang mit Teilnehmern aus ganz Bayern.
Herbst: Die LRSt nimmt an der Katastrophenschutzübung „Chiemsee“ teil. Geprobt wird die Bekämpfung eines Ölschadens.

1970
Sommer: Gemeinsamer Luftbeobachter-Lehrgang mit dem Technischen Hilfswerk in Mittelfranken.
5. Dezember: In Gunzenhausen erhalten die ersten 7 Luftbeobachter des THW aus der Hand von General a.D. Erich Hampe ihre Urkunde.

1971
Mai: Oberst a.D. Heyer, Geschäftsführer des Luftsportverbands-Bayern, wird neuer Leiter der Luftrettungsstaffel.
November: in Eichstätt findet der erste Luftbeobachter-Lehrgang des Bayerischen Innenministeriums (BStMI) statt. Piloten und Fluglehrer der Staffel bilden dort Luftbeobachter für die Olympische Spiele in München aus. Auch 1972, 1974 und 1975 wirkt die LRSt bei derartigen Lehrgängen des BStMI mit.

1973
Oktober: Mit der „Bekanntmachung über den Einsatz von Luftfahrzeugen für polizeiliche Zwecke, den Rettungsdienst und den Katastrophenschutz“, veröffentlicht im Ministerialamtsblatt der Bayerischen Inneren Verwaltung Nr. 40 vom 24.10.1973 wird die Luftrettungsstaffel endgültig fester Bestandteil der Katastrophenschutzplanung des Freistaats. Trotzdem steht das Schicksal der LRSt auf des Messers Schneide. Die Organisation zerfällt zusehends. Einzige Aktivität in diesem Jahr: ein Luftbeobachter-Lehrgang des BStMI in Eichstätt.

1975
General a.D. Erich Hampe ernennt Dipl.-Ing. Ernst Schramm zum neuen Leiter der LRSt.
Bis Jahresende wird die Staffel komplett neu organisiert, u.a. wird die heute noch geltende Gliederung in Flugbereitschaften eingeführt.

1976
1. Januar: Auf 26, z.T. völlig neuen Stützpunkten stehen nun 277 Piloten mit 101 Flächenflugzeugen bereit.
5. Luftbeobachter-Lehrgang des BStMI in Eichstätt.
15. März: In der Sendung „Unser Land“ läuft der erster längere Fernsehfilm über die Arbeit der LRSt. Gedreht wird zwischen Schwabach und Allersberg.
19.6 bis 22.7: „Feuertaufe“ für die neue LRSt. Bayernweit sind täglich bis zu 14 Flugzeuge der Staffel im Einsatz. Bei 367 Flügen werden 191 Brände aus der Luft entdeckt, davon 64 Waldbrände. Trotz extremer Dürre wird in Bayern eine Wiederholung der niedersächsischen Brandkatastrophe vom Sommer 1975 verhindert.
Bis Jahresende werden von Flugzeuge der LRSt insgesamt 222 Brände aus der Luft entdeckt und weitergemeldet.

1977
19. März: Landshut wird Stützpunkt der Luftrettungsstaffel. In diesem Jahr folgen Eggenfelden, Königsdorf, Erding und Freising.
23. April: Aus rechtlichen Gründen wird die LRSt in einen eingetragenen Verein umgewandelt. Die Vertreter von 21 Stützpunkten gründen den „Deutschen Flugbeobachtungsdienst – Luftrettungsstaffel Bayern“. Fast alle bisherigen Stützpunkte treten dem neuen Verein bei. Gründungspräsident ist Ernst Schramm,Vizepräsident Franz Hofmann (Haßfurt).
Herbst: Einsatz von LRSt-Flugzeugen und staatlichen Luftbeobachtern bei den Katastrophenschutz-Großübungen der Regierungsbezirke Schwaben und Oberbayern („Almrausch“).

1978
Die LRSt verfügt nun auf 32 Stützpunkten über 154 Flächenflugzeuge und 5 Hubschrauber.
Das BStMI beginnt mit der ersten Vorrüstaktion für FuG 7b Sprechfunkgeräte: in zunächst 9 LRSt-Flugzeugen werden Antennen, Gerätehalterungen und Stromversorgungskabel eingebaut. Bei Bedarf können so rasch und sicher Funkgeräte zur direkten Verständigung mit Feuerwehr, Polizei und THW eingebaut werden.
 28. Juni: General a.D. Erich Hampe, Vater der Luftrettungsstaffel, stirbt im Alter von 89 Jahren in Bonn Hangelar.

17. Juli: Verlagerung der Luftbeobachter-Lehrgänge von Eichstätt nach Würzburg an die Staatliche Feuerwehrschule.
28. Oktober: Vom US-Flugplatz Feucht aus nehmen 4 Flugzeuge der Staffel an der mittelfränkischen Katastrophenschutz-Großübung „Nürnberger Reichswald“ teil. Insgesamt 2500 Helfer proben den Ernstfall.

1979
17. Februar: Pfaffenhofen/Ilm wird neuer Stützpunkt der LRSt.
April: Simon Nüssel, Staatssekretär im Bayerischen Landwirtschaftsministerium, wird zum neuen Vizepräsident der LRSt gewählt. Bereits seit 1968 ist er Einsatzflugzeugführer des Stützpunkts Bayreuth.
Juli: Festakt zum 10-jährigen Bestehen der LRSt in Bamberg. Nun stehen auf 33 Stützpunkten 384 ehrenamtlichen Piloten mit 160 Flächenflugzeugen und zwei Hubschraubern bereit.
Herbst: Auf jedem Stützpunkt ist nun mindestens ein Flugzeug für den schnellen Einbau von FuG 7b Funkgeräten des Katastrophenschutzes vorgerüstet. Die Geräte selbst sind bei Polizeidienststellen und Behörden eingelagert und für die Luftbeobachter reserviert.
November: 1. Weiterbildungslehrgang der LRSt für ihre Flugbereitschafts- und Stützpunktleiter an der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg. Ein Flächenflugzeug und ein Hubschrauber der LRSt werden bei der Katastrophenschutz-Großübung der Regierung von Oberfranken eingesetzt.

1980
Im Auftrag des BStMI beginnt die dezentrale Weiterbildung von Luftbeobachtern (Stufe II) auf den Stützpunkten der LRSt.
Zur Information ihrer Piloten, Mitarbeiter und Freunden gibt die Luftrettungsstaffel nun regelmäßig ihr Informationsblatt „LRSt aktuell“ heraus.
27./28. Juni: Bei der THW Großübung „Hahnenkamm 80“ richtet die LRSt einen kompletten Feldflugplatz ein. Ein Flächenflugzeug und ein Hubschrauber überwachen das Übungsgebiet zwischen Weißenburg und Gunzenhausen, THW-Luftbeobachter lenken den Anmarsch von Hilfskräften und leiten z.T. deren Einsatz.
19. August: Der Schauspieler Heinz Rühmann erhält auf dem Stützpunkt Königsdorf die goldene Verdienstmedaille der Luftrettungsstaffel aus den Händen von Vizepräsident Simon Nüssel. Bereits Ende der sechziger Jahre hatte Rühmann sein Flugzeug der LRSt für die Verkehrsbeobachtung zur Verfügung gestellt.

September: Der Stützpunkt Kulmbach wird feierlich in Dienst gestellt.

1981
4. April: Eschenlohe bei Garmisch-Partenkirchen wird 34. Stützpunkt. Max Streibl, damals bayerischer Finanzminister, bezeichnet die Arbeit der LRSt als „ein leuchtendes Beispiel staatsbürgerliche Gesinnung“.
22. August: Ursula Thammer erhält in Bayreuth aus der Hand von LRSt-Vizepräsident Simon Nüssel den 400. Flugzeugführerausweis der Staffel. Sie ist die vierte Pilotin der Staffel.
Winter: Staatsforst und LRSt starten Großversuch zur schnellen Erfassung von Schneebrüchen aus der Luft, nachdem bei heftigen Schneefällen am 4. und 5.Dezember 2,8 Millionen Festmeter Holz gebrochen waren.

1982
Januar: Bayernweit stehen nun auf 34 Stützpunkten 421 ehrenamtliche Piloten mit 165 Flächenflugzeugen und 3 Hubschraubern bereit.
Juni: Nach sechsjähriger Pause wieder landesweite Großeinsätze. 10 Flugzeuge der Staffel werden gleichzeitig zur vorbeugenden Waldbrandüberwachung eingesetzt.
6. Juni: In den frühen Morgenstunden entdeckt die Besatzung eines LRSt Suchflugzeuges bei Bayreuth das Wrack des abgestürzten Rettungshubschraubers „Christoph 20“

1983
Ab 16. Juli: Bei Temperaturen von bis zu 40 Grad suchen Flugzeuge der Staffel nach Waldbränden. Zwischen 28.7. und 2.8. wird der Einsatz auf ganz Bayern ausgedehnt. Die Bilanz: 18 Wald- und 31 sonstige Brände. Siebenmal fordern Löschkräfte Luftbeobachtung an, da sie von Spaziergängern gemeldete Brände nicht finden können.
In Würzburg findet der erste zentrale Weiterbildungslehrgang des BStMI für Luftbeobachter (Stufe III) statt. Damit steht ein lange gefordertes, ausgewogenes Aus- und Weiterbildungskonzept.
Ein LRSt-Flugzeug aus Bayreuth findet einen notgelandeten US-Hubschrauber.

1984
26.4 bis 3.5.: Wieder landesweiter Einsatz der LRSt zur Waldbrandsuche. 23 Feuer können noch im Entstehungsstadium gesichtet werden, die Schäden bleiben daher niedrig. Eindruck eines Zeitungsreporters, der einen der Einsätze mitgeflogen war: „Nein, mit Spass hat die Luftüberwachung der Wälder nichts zu tun. Das ist Knochenarbeit!“
Das 50. Flugzeug der LRSt wird mit einer Halterung für FuG 7b Funkgeräte des Katastrophenschutzes ausgerüstet. 37 Einbausätze hat das BStMI finanziert, die restlichen die LRSt aus Eigenmitteln beschafft.
16. Juni: Rothenburg o.d.T. wird 35. Stützpunkt. Innenminister Karl Hillermeier übernimmt die Schirmherrschaft. Zur LRSt meint er: „als öffentliche Einrichtung hätte die Luftrettungsstaffel nur unter unvertretbarem wirtschaftlichen Aufwand und auch dann kaum mit gleicher Effizienz entstehen können“.

1985
April/Mai: Einsatz der LRSt bei der vorbeugenden Waldbrandbeobachtung. Insgesamt werden 1985 vier Wald- und fünf sonstige Brände gemeldet.

1986
Ministerpräsident Franz Josef Strauß verleiht dem Präsidenten der LRSt, Dipl.-Ing. Ernst Schramm, den Bayerischen Verdienstorden. Er ehrt damit auch die ehrenamtliche Arbeit der mehr als 400 bayerischen Luftretter.
14. Mai: Zu Beginn der waldbrandgefährdeten Zeit startet die LRSt eine mehrteilige Plakatserie. Sie will damit auch alle anderen Flieger an deren besondere Verantwortung bei der Früherkennung von Waldbränden erinnern.
Der Bundeswehrfliegerhorst Fürstenfeldbruck wird 36. Stützpunkt der Luftrettungsstaffel. Damit ist der flächendeckende Ausbau der Staffel abgeschlossen.
12. Grundlehrgang für Luftbeobachter an der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg. Wie immer seit 1971 stellt die LRSt auch diesmal Ausbilder, Piloten, Flugzeuge und Flugplatz dem Innenministerium zur Verfügung.

1987
26. März: Ministerialdirigent a.D. Dr. Helmut Oehler, langjähriger Referent und späterer Abteilungsleiter im Bayerischen Innenministerium wird zum ersten Ehrenmitglied der LRSt Bayern ernannt. Sein langjähriger Mitarbeiter, Hans Storner, erhält die goldene Verdienstmedaille der LRSt. Der Festakt findet in der Münchner Residenz statt.
Oktober: 4. Weiterbildungslehrgang für Stützpunktleiter und Ausbildungsbeauftragte der LRSt in Geretsried.
27. November: Durch Brandstiftung werden alle Flugzeuge und Einrichtungen des Stützpunkts Kempten total zerstört.

1988
April: Start des Pilotprojekts „Biotopschutz aus der Luft“ auf dem Stützpunkt Würzburg-Hettstadt. Alle Landschafts- und Naturschutzgebiete des Landkreises Würzburg werden regelmäßig aus der Luft überwacht.
5. August: 5. Fortbildungslehrgang für Stützpunktleiter und Ausbilder der LRSt an der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried.
September: Mitwirkung von zahlreichen LRSt-Stützpunkten und Luftbeobachtern an Großübungen im Rahmen der Brandschutzwoche. Sie steht 1988 unter dem Motto: „Durch Feuer stirbt der Wald am schnellsten“.
23. Oktober: Richard Altvater, Präsident des Luftsportverband Bayern, wird im Rahmen des Festakts zum 20jährigen Staffeljubiläum zum zweiten Ehrenmitglied der LRSt ernannt. Er hatte die Staffel seit deren Neuaufbau von 1975 an großzügig unterstützt.

1989
Juni: Beginn der Luftüberwachung des „Wiesenbrüter-Programms“ im Altmühltal durch die Stützpunkte Ansbach-Petersdorf und Weißenburg. Aus der Luft wird überwacht, ob Landwirte die Bewirtschaftungsvereinbarungen zum Schutz gefährdeter Vogelarten einhalten.
20. September: Vom Flugplatz Donauwörth aus beginnt der Abwurf von Impfködern gegen die Tollwut. Zunächst nur über Schwaben durchgeführt, werden diese Flüge in den nächsten Jahren fast auf ganz Bayern ausgedehnt. Als Ergebnis der großflächigen Ausbringung von Impfködern geht die Tollwut massiv zurück. Ab 1995 werden immer mehr dieser Einsätze an privatwirtschaftliche Unternehmen vergeben. Bis zur Einstellung der Flüge werden von Flugzeugen der LRSt mehr als zwei Millionen Impfköder abgeworfen!
24. November: Bei einem Festakt in Landshut wird die Arbeit der LRSt von Umweltminister Alfred Dick mit der Bayerischen Umweltmedaille ausgezeichnet.
Die Luftrettungsstaffel erhält die Auszeichnung zusammen mit den Bayerischen Feuerwehren verliehen.

1990
Februar/März: Einsatz der LRSt zur großräumigen und schnellen Erfassung von Windbruchschäden. Die Orkane „Vivian“ und „Wiebke“ hatten bayernweit verheerende Schäden hinterlassen. Allein in den Landkreisen Fürstenfeldbruck und Dachau entsteht auf einer Fläche von 200 Hektar ein Schaden von 40 Mio. DM.

Der Stützpunkt Fürstenfeldbruck beginnt für das Bayerische Landesamt für Wasserwirtschaft mit der Lawinenerkundung aus dem Flächenflugzeug. Beflogen werden u.a. Allgäu und Berchtesgadener Land.

1991
Frühjahr: Präsentation des LRSt-Informationsvideos. Es steht ab sofort allen Stützpunkten, aber auch Feuerwehren und anderen zur Verfügung.
Alle Flugbereitschaftsleiter werden mit Telefaxgeräten ausgestattet. Die Kommunikationsmöglichkeiten im Einsatzfall sind somit entscheidend verbessert.
Wegen Inbetriebnahme des neuen Münchner Flughafens muß der Stützpunkt Freising geschlossen werden. Ein Ersatzflugplatz ist nicht verfügbar.

1992
Bei 300 angeordneten Einsatzflügen entdecken Luftbeobachter und Piloten der LRSt 41 Brände. Dank der frühzeitigen Meldungen können auch diesmal größere Schäden vermieden werden.

1993
September: Auf  bitten von Innenminister Beckstein sucht die LRSt nach Borkenkäfernester im Bergwald.
15. Oktober: Mit einem Festakt auf der Nürnberger Kaiserburg feiert die Luftrettungsstaffel Bayern ihr 25jähriges Bestehen. Innenminister Dr. Günther Beckstein unterstreicht dabei, dass die LRSt eine bayerische Besonderheit sei, die die Verbundenheit der Bürger mit ihrem Staat zeige: „Wir brauchen Menschen, die bereit sind, in solchen Bereichen mitzumachen; kein Staat kann gedeihen, ohne die engagierte Mitarbeit seiner Bürger“.
Im Lauf des Jahres werden 11 Waldbrände und 6 sonstige Feuer von Flugzeugen der LRSt gemeldet.

1994
Juli: Der Bundesverband für Selbstschutz präsentiert erstmals seine Wanderausstellung „Wir helfen gemeinsam“. Neben allen anderen im Freistaat tätigen Hilfsorganisationen, wird auch die LRSt ausführlich dargestellt. In den folgenden Jahren macht die Ausstellung fast in ganz Bayern Station.

1995
12./13. März: Nach der Havarie eines Öltankers auf der Donau fliegen Flugzeuge der LRSt für das Landratsamt Passau Einsätze zur Schadenserkundung und Dokumentation der Ölverschmutzung.
22. April: Große Luftbeobachter-Lehrübung des Landkreises Garmisch-Partenkirchen und des Stützpunkts Eschenlohe. Geprobt wird die Bekämpfung eines Bergwaldbrandes im Eschenlainetal.
1. Dezember: Auf dem Deutschen Luftfahrertag in Hannover ehrt der Deutsche Aero Club die langjährige Arbeit der Luftrettungsstaffel Bayern mit der „Ehrenmedaille des DAeC“ in Gold.

1996
20. April: Dipl.-Ing. Reiner Vorholz wird von der Hauptversammlung der LRSt zum neuen Präsidenten gewählt. Er ist zugleich Landesbeauftragter des Technischen Hilfswerks für Bayern und auf dem Stützpunkt München-Neubiberg seit vielen Jahren Einsatzpilot der LRSt sowie Referent im Stab der Staffel. Sein Vorgänger, Gründungspräsident Dipl.-Ing. Ernst Schramm, hatte aus Altersgründen nicht mehr kandidiert. Schramm gehörte zu den Männern der ersten Stunde. Bereits 1968 war er Stützpunkt- und wenig später auch Ausbildungsleiter der Staffel. 1975 übernahm er die Leitung der LRSt und baute diese zu einer bundesweit einmaligen Hilfsorganisation auf. Auch Staatsminister a.D. Simon Nüssel kandidiert aus Altersgründen nicht mehr. Seit 1979 hatte er das Amt des Vizepräsidenten inne.

1997
April: Auf dem Stützpunkt Pfaffenhofen/Ilm werden bei einer Übung versuchsweise Live-Fernsehbilder von einem LRSt-Hubschrauber in die Einsatzzentrale des Landratsamtes übertragen.
Herbst: Der Stützpunkt Coburg scheidet aus der Luftrettungsstaffel aus.

1998
9. Mai: Der Flugplatz Mühldorf/Inn wird in die Luftrettungsstaffel aufgenommen. 16 Piloten mit 8 Flächenflugzeugen und einem Hubschrauber wollen künftig in der LRSt mitarbeiten. Regierungsvizepräsident Dr. Heinz Huther, schon bei der Gründung der LRSt 1968 mit dabei, würdigte dieses Engagement: „Die Ehrenamtlichkeit und damit der Dienst an der Allgemeinheit ist heute leider nicht mehr selbstverständlich“. Johannes Schramm „Erfinder“ des Impfköderabwurfs aus Flächenflugzeugen und langjähriger Fachreferent für Impfköderaktionen, wird Ehrenmitglied.

Auf den nunmehr wieder 34 Stützpunkten der LRSt stehen 286 Piloten, 154 Flächenflugzeuge und 7 Hubschrauber bereit. 62 Maschinen sind für den Einbau von Funkgeräten des Katastrophenschutzes vorgerüstet.
11. Mai: 10. Weiterbildungslehrgang für Stützpunktleiter der Luftrettungsstaffel an der Feuerwehrschule Geretsried.
Juli: Empfang der Staatsregierung in der Würzburger Residenz anlässlich des 30jährigen Bestehens der Staffel.
6. Juli: 20. Luftbeobachter-Lehrgang der Stufe I (Grundausbildung) an der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg. Seit 1968 hat die LRSt im Auftrag des BStMI mehr als 500 Fachkräfte der Feuerwehren, Forstverwaltung und des Katastrophenschutzes zu Luftbeobachtern ausgebildet.
August: Erprobung des schnellen Einsatzflugzeuges (SEF) durch die Flugbereitschaft Unterfranken. In Zeiten höchster Waldbrandgefahr steht den Behörden ein sofort einsatzbereites Flugzeug mit Piloten zur Verfügung. Unklare Schadensmeldungen können sofort aus der Luft geklärt werden und Lagebericht an die Leitstellen übermittelt werde. Das SEF ist mit BOS-Funk ausgerüstet, der Pilot, ausgebildeter Luftbeobachter besitzt die BOS-Funk-Berechtigung. Bei Bedarf kann ein Luftbeobachter zur Unterstützung aufgenommen werde.
12.August: Erster erfolgreicher Nachteinsatz der Luftrettungsstaffel.

1999
8. Mai: Dipl. Ing. Reiner Vorholz wird als Präsident der Staffel wiedergewählt. Der Stützpunkt Coburg-Brandensteinseben tritt aus der Staffel aus.
Das Staatsministerium des Innern befürwortet den Einsatz des „Schnellen Einsatzflugzeug (SEF)“ in allen Regierungsbezirken.

2000
Mai: 11.Weiterbildungslehrgang in Geretsried für Flugbereitschaftsleiter und deren Stellvertretern.
13. Mai: Hans Thammer und Johann Weinholzner werden von der Jahreshauptversammlung, in Bamberg, zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Klaus Stelter, stellvertretender Schulleiter a.D. der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg, langjähriger Ausbilder für Luftbeobachter, wird als Referent in das Präsidium der Staffel berufen.
27. Mai: Mitwirkung der Staffel bei der unterfränkischen Katastrophenschutzgroßübung „Mainschleife 2000“
Juni: Die Luftrettungsstaffel Bayern e.V. präsentiert sich mit eigener Homepage www.lrst.de im Internet.
Juni: In Augsburg findet die "Interschutz", größte Katastrophenschutzmesse Europas statt. Die Luftrettungsstaffel Bayern e.V. ist sowohl auf dem Stand des Bayerischen Staatsministeriums des Innern als auch auf dem Freigelände mit einem eigenen Stand vertreten.
September: Der Bayerische Staatsminister des Innern, Dr. Günther Beckstein lobt die Luftrettungsstaffel für ihre Einsätze und bezeichnet sie als das "fliegende Auge des bayerischen Katastrophenschutzes. Minister Beckstein hatte die Schirmherrschaft für die Fortbildung Stufe II in Mittelfranken übernommen.

2001
Mai: Großübung „Adlerauge“ in Unterfranken stellte die Leistungsbereitschaft der Staffel unter Beweis. Erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem BGS, der Polizeihubschrauberstaffel,  verschiedenen Rettungsorganisationen und Feuerwehren unter Staffelleitung allseits anerkannt und gelobt. Aufmerksame Beobachter waren Entscheidungsträger von Ministerium, Regierung, Bundeswehr, BGS, Polizei, THW, Rettungsdiensten, Freiwilligen- und Berufsfeuerwehren und den Amerikanischen Streitkräften.
Jahreshauptversammlung beschließt Einrichtung des neuen Stützpunktes Regensburg-Oberhub.
Erfolgreiche Übung der Flugbereitschaft Mittelfranken am Flughafen Nürnberg.
Juli: 21. Grundausbildungslehrgang für Luftbeobachter an der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg erfolgreich abgeschlossen.
September: 12. Lehrgang für Einsatzpiloten und Personal der Staffel in Geretsried. Schlechtes Wetter lässt keine Übungsflüge zu.
In rund 6000 Überwachungsstunden wurden von der Staffel neben vielen Ereignissen und Unfällen 11 Brände, darunter zwei Wald- und ein Gebäudebrand gemeldet.

2002

April: Der neue Stützpunkt der Regensburg-Oberhub wird  feierlich in Dienst gestellt. Leider verliert  die Staffel zwei Stützpunkte: Kulmbach (Austritt) und Rupolding (Schließung des Flugplatzes). Die Jahreshauptversammlung wählt Karl Herrmann sen. zum neuen Präsidenten der LRSt und ernennt seinen Vorgänger, Dipl. Ing. Reiner Vorholz, zum Ehrenpräsidenten.

Mai: In Unterfranken findet mit „Searching wings“ die erste gemeinsame Übung der Staffel mit amerikanischen Streitkräften statt. Auf dem Army Airfield Giebelstadt üben unter Staffelleitung amerikanische Hubschrauber und Feuerwehren mit deutschen Feuerwehren und Rettungskräften. U.a. kommt ein 5000 Liter Außenlastbehälter mit einer CH 47 zum Einsatz. Über fünfzig Entscheidungsträger relevanter K-Organisationen sowie Reporter von TV, Rundfunk und Presse nehmen als Beobachter teil. Der Bayerische Rundfunk berichtete live aus der Einsatz-Leitstelle.
Juli: Der neue Ausbildungsleiter Christian Simbeck besteht beim 9. Fortbildungslehrgang für Luftbeobachter an der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg seine Bewährungsprobe.
August: Ehrenpräsident Ernst Schramm feiert seinen 80. Geburtstag. Die Staffel hilft bei der Bewältigung der Fluten in Bayern und in den neuen Bundesländern.
September: Staatsempfang in der Münchner Residenz für die Helfer der Flutkatastrophe.
13. Fortbildungslehrgang für Stützpunkleiter und Ausbildungspersonal in Geretsried.

2003
„Die Staffel hat ihre Bewährungsprobe erfolgreich bestanden. Sie verdient höchste Anerkennung“, so Bayerns Innenminister Dr. Günther Beckstein. Bei 1029  Einsatzflügen mit einer Dauer von insgesamt 1547 Stunden und 7540 freiwilligen Überwachungsflügen mit einer Dauer von 4893 Stunden wurden 1029 Brandstellen entdeckt, lokalisiert und überprüft. Dabei wurden 44 Waldbrände, 101 Flächenbrände, 23 unbeaufsichtigte Feuerstellen, 12 Häuser-, 9 Fahrzeugbrände und 3 Müllverbrennungen  festgestellt! Bayernweit waren täglich bis zu 14 Flugzeuge in der Luft. Ein Rekordjahr,  mit mehr Einsätzen als in den letzten 10 Jahren zusammen!
Aber die Staffel hatte auch schwere Verluste; sie musste das Ableben ihrer Ehrenmitglieder Ministerialdirigent a.D. Dr. Helmut Oehler und Flugbereitschaftsleiter a.D. Hans Thammer melden. Mit ihnen hat die Staffel zwei Männer der „ersten Stunde“, hoch engagierte und  verdiente Kameraden, verloren.
Juli: Empfang der Staatsregierung zum 35jährigem Bestehen der Luftrettungsstaffel auf der Kaiserburg in Nürnberg.
Festredner vor zahlreichen hochrangigen Ehrengästen war der bayerische Innenminister Dr. Günther Beckstein.

An der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg wurden im 22. Grundlehrgang wieder 22 neue Luftbeobachter erfolgreich ausgebildet.
August: Die LRSt ist bei einer Pressekonferenz der Innenministeriums als kompetenter Ansprechpartner für Pressevertreter zugeladen und stellt ein Einsatzflugzeug mit Besatzung für die Berichterstatter bereit.
September: Wegen der hohen Zahl der Einsatzflüge wurde auf eine fliegerische Fortbildung in Geretsried verzichtet.
Karl Binai, scheidender Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes Bayern, erhält die goldene Verdienstmedaille der LRSt-Bayern.

2004
Kein Jahr zum Ausruhen, aber zum „Durchschnaufen“. Nach dem vergangenen Rekordsommer waren die Flugzeuge der Staffel auch im diesem Jahr überdurchschnittlich gefordert: 5 957 Stunden waren sie freiwillig, 273 Stunden angefordert in der Luft. Bei ihren Beobachtungsflügen wurden hunderte Feuerstellen kontrolliert und dabei 32 Brände (darunter 11 Waldbrände) entdeckt. Auch die Ortung  der vom Borkenkäfer geschädigten Bäume (114 Fälle) war ein Arbeitsschwerpunkt der Staffel. Die Weiter- und Ausbildungsarbeit der Flugbereitschaften steht mit 173 Flugstunden zu Buche. Auf dem 23. Grundlehrgang in Würzburg wurden 24 neue Luftbeobachter ausgebildet. Der 14. Fortbildungslehrgang für Staffelpersonal in Geretsried  befasste sich u.a. mit der Erprobung des Thielert-Dieselmotors. Alfred Neubert (Presse) und Johannes Weinholzner (Personal) übernahmen vakanten Referate. Mit Unterstützung des Innenministeriums wurde eine Nachrüstaktion für BOS-Funk-Antennen für Einsatzflugzeuge durchgeführt.

2005
In einem „feuchten Sommer“ 2005 in war die Luftrettungsstaffel kaum gefordert und  nur 118 Stunden im Einsatz.  Dabei und in 7.749 freiwilligen Überwachungsflügen mit insgesamt 5.309 Stunden Dauer,  wurden 135 Feuerstellen angeflogen, kontrolliert und lokalisiert. Dabei wurden 16 Flächenbrände, 13 Waldbrände, 4 unbeaufsichtigte Feuer. 3 Hausbrände, 3 Kfz-Brände und 3 schwere Verkehrsunfälle gemeldet. Darüber hinaus dokumentierten die Piloten der Staffel insgesamt 11 Verkehrsunfälle, Wasserverschmutzungen und Hochwässer. In 79 Fällen mussten  bayernweit wieder vom Borkenkäfer befallene Bäume registriert, lokalisiert und den Forstbehörden gemeldet werden. Die Staffel bildete in diesem Jahr, zusammen mit der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg, 22 neue Luftbeobachter aus und schulte ihre Piloten auf dem 15. Staffel-Lehrgang an der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried. Präsident Herrmann wurde vom Luftsportverband Bayern für seine Aktivitäten mit der Ehrennadel in Gold ausgezeichnet.

2006
Zu Beginn des Jahre musste die Staffel den Verlust eines  verdienten Kameraden beklagen: Erwin Schießl, ehemaliger Stützpunkt- und Flugbereitschaftsleiter hat uns verlassen. Ihm folgte im Herbst Rudolf Uhlherr; beiden werden wir stets ein ehrendes Gedenken bewahren. Einem trockenen Frühjahr folgte ein heißer Frühsommer, so dass die Staffel bayernweit gefordert war und zahlreiche Feuer im Entstehungsstadium melden konnte. Leider musste die für Mai geplante Vorbereitung auf den WM-Einsatz entfallen, da ein allgemeines Flugverbot ausgesprochen wurde und keine Ausnahmegenehmigung für die Staffel erfolgte. Der LRSt-Lehrstab bildete in diesem Jahr, zusammen mit der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg, 24 erfahrene Luftbeobachter fort und schulte ihre eigenen Piloten auf dem 16. Fortbildungslehrgang, erstmals in Würzburg. In einer vom Innenministerium finanzierten Aktion wurden alle Vorbereitungen getroffen, die Luftbeobachter an den LRSt-Stützpunkten mit einem speziellen Headset auszurüsten, das sowohl die Kommunikation mit dem Piloten als auch die Durchführung des BOS-Funks ermöglicht. Die Staffel war auf den Staatsempfängen anlässlich des 200jährigen Bestehens des Bayerischen Staatsministerium des Innern als auch des 20jährigen Bestehens des THW in Bayern, vertreten. Mit über 6000 freiwilligen Überwachungsstunden erreichten die Piloten der LRSt wieder ein hervorragendes Ergebnis. Am Jahresende wurde der Stützpunkt Augsburg, auf eigenen Wunsch, aus der Staffel entlassen.

2007
Ein extrem trockenes Frühjahr mit einem folgenden heißen Frühsommer forderten den vollen Einsatz der Staffel. Bis zum 25. Mai waren die Überwachungsflugzeuge bereits fast 1 200 Stunden über Bayern einsatzmäßig unterwegs. Insgesamt wurden mehr als 7000 Überwachungsstunden von den Einsatzpiloten erbracht. Dabei wurden 519 Feuerstellen angeflogen und kontrolliert, wobei 45 Wald- und 45 Flächenbrände, 31 unbeaufsichtigte Feuerstellen, 3 Hausbrände sowie ein Kfz-Brand gemeldet wurden. Darunter war auch der folgenreichste Waldbrand am Thumsee. Durch Innenminister Dr. Günther Beckstein wurden Ende Mai die von der Staffel entwickelten Hör-Sprechgarnituren für Luftbeobachter übergeben. Sie ermöglichen eine optimale Verständigung zwischen Pilot und LBO und zwischen LBO und den Einsatzkräften am Boden und haben sich in der Zwischenzeit sehr bewährt. An der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg wurden wieder 26 neue Luftbeobachter ausgebildet. Staatsminister Dr. Beckstein wird neuer Ministerpräsident; ihm folgt Joachim Herrmann im Amt des Innenministers.

2008
Das Jahr 2008 war für die Luftrettungsstaffel ein relativ ruhiges Jahr mit nur etwas mehr als 140 Einsatzstunden. Zusätzlich zu den angeordneten Flügen erbrachten die Einsatzpiloten der Staffel über 6000 Stunden freiwilliger und kostenloser Überwachung des Freistaates aus der Luft. Wieder mussten Brandstellen überprüft und 2 Wald- und  einige Flächenbrände gemeldet werden. Dazu kam die Lokalisierung weiter Schadensstellen in den bayerischen Wäldern. 2008 war kein Jahr der Extreme und Katastrophen, sondern ein Jahr anderer, angenehmer Ereignisse: Das Präsidium der Staffel erhielt an historischer Stätte, der Flugwerft Oberschleißheim, einstimmig das Votum der Mitgliederversammlung für die nächsten drei Jahre.


Der ehemalige Bayerische Innenminister und spätere Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein wurde Ehrenmitglied der Staffel. Arnbruck wurde als 32. Stützpunkt der Staffel wieder in Dienst gestellt. Die Piloten aller Flugbereitschaften konnten zusammen mit den Luftbeobachtern ihren Ausbildungsstand unter Beweis stellen. In Mittelfranken, im Beisein des Staatsministers für Landwirtschaft und Forsten, und in Oberbayern bei erfolgreichen Großübungen. In erstmals zwei Grundlehrgängen an der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg wurden 44 neue Luftbeobachter ausgebildet. Mit einem Festakt und anschließendem Staatsempfang des Bayerischen Ministerpräsidenten, vertreten durch Innenminister Joachim Herrmann, feierte die Luftrettungsstaffel, als  bundesweit einmalige Fliegergemeinschaft dieser Art, ihr 40jähriges Bestehen. Über die Arbeit der Staffel informiert die neu erschienene Festschrift: 40 Jahre Luftrettungsstaffel Bayern e.V.

2009
Nach einem extrem trockenen Frühjahr und Frühsommer, mit überdurchschnittlich vielen Einsätzen der Staffel, war der Sommer mit ausreichenden Niederschlägen und nur kurzen Trockenperioden nicht durch hohe Waldbrandgefahr gekennzeichnet. Trotzdem hielten die Einsatzpiloten der Staffel ihre Augen offen und übertrafen mit ihren  freiwillig geleisteten Einsatzstunden wieder die 6.000-Stunden-Marke! Neu in die Aufgaben der Luftrettungsstaffel wurden Dokumentationsflüge über die Früh- und Spätschäden des Eichenprozessionsspinners aufgenommen. Die angeordneten Einsatzstunden lagen mit 476 Stunden deutlich höher als im vergangenen  Jahr (142). Bei den ca. 8500 Flügen wurden neben 14 Wald- und 22 Flächenbränden auch zwei Haus- und zwei Kfz-Brände entdeckt und gemeldet.
Im April fand in Bad Kissingen die LRSt-Jahreshauptversammlung statt. Auf dieser Versammlung wurden Klaus Stelter (Referent LBO-Ausbildung) und Christian Simbeck (Ausbildungsleiter) aus dem Präsidium verabschiedet und mit dem Silbernen Ehrenbecher der LRSt ausgezeichnet. Der Deutsche Feuerwehrverband ehrte LRSt-Präsident Karl Herrmann mit der Deutschen Feuerwehr Ehrenmedaille.
In Geretsried fand der 17. Lehrgang für LRSt-Personal statt. Neben der Vermittlung von Grundlagenwissen über den bayerischen Katastrophenschutz, des organisatorischen Hintergrunds der Luftrettungsstaffelarbeit,  war erstmals seit Jahren (wetterbedingt) wieder Flugbetrieb möglich. Im Juli folgte der 11. Aufbaulehrgang für Luftbeobachter an der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg. Hoher Gast bei diesem Lehrgang, bei dem erstmals auch das eps-web erprobt wurde, war Staatssekretär Dr. Bernd Weiß.
Im November musste die Staffel von einem Mann der „erste Stunde“, Hubert Eilbacher, Abschied nehmen. Der ehemalige Einsatzpilot, Stützpunktleiter Mainbullau und LRSt-Ausbildungsleiter verstarb nach langer, schwerer Krankheit.

2010

Nach einem feuchten Frühjahr entwickelte sich ein nahtloser Übergang von einem extrem trocknen Frühsommer zu einem heißen „Kurzsommer“, der  temperaturmäßig im Juli seinen Höhepunkt erreichte und überdurchschnittlich viele Einsätzen der Staffel notwendig machte. Ihm folgte ab August ein Sommer mit ausreichenden Niederschlägen und nur kurzen Trockenperioden, die nicht durch hohe Waldbrandgefahr gekennzeichnet waren. Trotzdem hielten die Einsatzpiloten der Staffel ihre Augen offen und übertrafen mit ihren  freiwillig geleisteten Einsatzstunden wieder die 6.000-Stunden-Marke!

Erstmals war die Staffel auch in eine „Kontingentübung“ mit über 1000 beteiligen Einsatzkräften, dem „Frankentornado“, einbezogen und konnte ihre Einsatzvielfältigkeit beweisen.

Die angeordneten Einsätze lagen mit 408 Stunden nur 20 Prozent unter den Einsatzstunden des Vorjahres. Bei ihren 9.201 Flüge mit einer Flugzeit von 6.688 Stunden zur Unter­stüt­zung der Katastrophenschutzbehörden und der Forstverwaltung wurden u.a. 8 Wald-, 23 Flächen- und je 2 Kfz- und Hausbrände festgestellt, lokalisiert und gemeldet.

Ein weiterer Schwerpunkt der Einsatzflüge war die Dokumentierung von Baumschäden durch Kupferstecher und Eichenprozessionsspinner.

Auf der harmonischen Jahreshauptversammlung, ausgerichtet durch den Stützpunkt Bamberg, wurde LRSt-Vizepräsident Adolf Nüsslein mit der Bayerischen Feuerwehrehrenmedaille ausgezeichnet.

Bei tropischen Temperaturen, unter höchst realen Einsatzbedingungen, wurde an der Feuerwehrschule Würzburg und auf dem LRSt-Stützpunkt Hettstadt der 28. Grundlehrgang für Luftbeobachter erfolgreich durchgeführt. Als Ehrengäste konnte Präsident Herrmann den Innenstaatssekretär Gerhard Eck und den Leiter des Luftamts Nordbayern, Wolfgang Brunner, begrüßen.

Im direkten Anschluss an den LBO-Lehrgang, bei weiterhin hochsommerlichen Temperaturen, fand der 18. Lehrgang für LRSt-Personal wieder in Würzburg statt. Dabei galt es für die LRSt-Piloten in die Rolle der Luftbeobachter zu schlüpfen und deren Aufgaben zu erfüllen um dabei auftretende Probleme zu erkennen und zu bewältigen. Bei einem Realfeuer konnten die „LRSt-Luftbeobachter“ erfolgreich ihr Können beweisen.

Eine besondere Ehre wurde dem LRSt-Ehrenmitglied, Schatzmeister und Vizepräsident Dr. Friedrich Gerfertz zu teil: der Luftsportverband Bayern ernannte ihn wegen seiner außerordentlichen Verdienste um den Luftsport zum LVB-Ehrenmitglied.


2011

Nach einem langen, schneereichen Winter entstand im Alpengebiet auf schneefreien Südhängen schnell hohe Brandgefahr. Sehr bald war die Staffel deshalb mit Überwachungsflügen gefordert. So wurden bereits vor Sommerbeginn 276 Einsatzflüge mit 397 Sunden Dauer absolviert. Am Jahresende brachte es die Staffel auf 416 Einsatzstunden und übertraf die Stundenzahl des Vorjahres. Trozdem hielten die Piloten der Staffel bei über 9000 freiwilligen Flügen mit einer Gesamtdauer von 7034 Stunden über Bayern die Augen offen. Insgesamt wurden bei allen Flügen 127 Rauchentwicklungen gesichtet, lokalisiert und gemeldet. Die Piloten der Staffel und ihre Luftbeobachter konnten 12 Waldbrände, 8 Flächenbrände, 7 unbeaufsichtigte Feuerstellen und 2 Gebäudebrände entdecken und weitere Veranlassung in Auftrag geben. Häufig waren die Piloten auch Melder von Staus und Verkehrsunfällen. Die Dokumentation von Baumschädlingen gehörte weiterhin zum Aufgabenbereich der Staffel.
Die Jahreshauptversammlung war in die Eröffnungsfeierlichkeiten des neuen Stützpunktes Ohlstadt eingebettet. Nachdem das Segelfluggelände Eschenlohe aufgegeben werden musste, stand der Umzug des Stützpunktes nach Ohlstadt an. Bei dessen In-Dienst-Stellung wurde Stützpunkt- und Flugbereitschaftsleiter Jürgen Wehrens mit der LRSt-Verdienstmedaille in Gold ausgezeichnet. Die auf der Jahreshauptversammlung durchgeführten Wahlen bestätigten einstimmig die Führungsspitze der Staffel und die Revisoren. Die ehemalige Stützpunktleiterin von Kempten, Marianne Kutter, erhielt aus der Hand des Präsidenten die Verdienstmedaille in Silber.
Im Juli wurde, zusammen mit der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg, wieder ein LBO-Fortbildungslehrgang Stufe III erfolgreich durchgeführt. Kurze Zeit vorher wurde der Schulleiter der Staatlichen Feuerwehrschule, Axel Häger, in den Ruhestand verabschiedet.
Auf der Jahreshautversammlung des Luftsportverbands Bayern, LVB, erhielt Präsident Karl Herrmann aus der Hand des DAeC-Vizepräsidenten die "Silberne DAeC-Ehrennadel" überreicht.

2012

Sicher ein besonderes Jahr für die Luftrettungsstaffel. Bereits im Januar wurde LRSt-Präsident Karl Herrmann vom Bayerischen Staatssekretär des Innern Gerhard Eck mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Herrmann erhielt diese Auszeichnung u.a. wegen seiner besonderen Verdienste um die Luftrettungsstaffel und den Katastrophenschutz in Bayern. Beim Ehrenamtswettbewerb des Innenministeriums sollten die Aktivitäten ehrenamtlicher Hilfsorganisationen im Bild dargestellt und mit persönlichen Aussagen bereichert werden. Mit Kameraden Wolfgang Alpers stellte die Luftrettungsstaffel einen überzeugenden Sieger. Zusammen mit dem LRSt-Präsidenten war er Gast bei den „Zentralen Feierlichkeiten zur Deutschen Wiedervereinigung“ am 3. Oktober in München und beim anschließenden Empfang des Bundespräsidenten Gauck.

Die Jahreshauptversammlung, von Ehrenmitglied Johann Weinholzner glänzend vorbereitet, zeigte die enge Verbundenheit der Staffel mit den Feuerwehren, deren Vertreter Staffelauszeichnungen erhielten. Ebenso wurden verdiente Staffelmitglieder geehrt.

Der 19. Fortbildungslehrgang für LRSt-Personal in Würzburg hatte u.a. den Schwerpunkt „Absicherung der LRSt-Personals“. H. Potthoff vom Kommunalen Unfallversicherungsverband Bayern (vormals GUVV) zeigte auf, dass für unsere Mitglieder ein hervorragender und umfassender Versicherungsschutz besteht. Erfolgreich und unfallfrei verlief der 29. Grundausbildungslehrgang für Luftbeobachter in Würzburg.

Die LRSt-Vizepräsidenten Dr. Gerfertz und Nüßlein vertraten die Staffel beim „Staatsempfang des Ministerpräsidenten für Ehrenamtliche“.  Auch bei den „Staatsempfängen des Innenministers für Ehrenamtliche“ in Schwaben und Niederbayern war die Staffel durch ihre Flugbereitschaften repräsentiert.

Während Ehrenpräsident Ernst Schramm seinen 90. Geburtstag feiern konnte, musste die Staffel Abschied von Ehrenmitglied Johannes Schramm nehmen, der im September nach langer Krankheit verstorben war.

Die Leitung der Abteilung ID 4 im Innenministerium wechselte auf den Ltd. Ministerialrat Alois Lachner, der das Amt von Dr. Wolf-Dieter Remmele, der in den Ruhestand trat, übernahm. In einem Einführungsgespräch mit Präsident Herrmann sagte Lachner der Staffel seine volle Unterstützung in allen Angelegenheiten zu.

Am Jahresende schied der Stützpunkt Fürth aus der Staffel aus, da seine Einsatzbereitschaft nicht mehr gegeben war. Der Präsident dankte den Kameraden für die in der Vergangenheit erbrachten Leistungen im Dienste der Luftrettungsstaffel.

Einsätze wurden in diesem Jahr sehr wenige geflogen (siehe Statistik). Beim größten Waldbrand des Jahres 2012 bei Amorbach war die Luftrettungsstaffel sowohl bei der Entdeckung als auch bei der Bekämpfung beteiligt.

2013

Das Jubiläumsjahr war keinesfalls langweilig für die Staffel. Die Jahreshauptversammlung wurde nach Erding verlegt, um dort mit Vertretern der Gemeinde und der Presse die Bedeutung der Luftrettungsstaffel im Allgemeinen und die des Stützpunktes Erding im Besonderen zu erörtern. Wie bereits dem Stützpunkt Fürstenfeldbruck droht Erding nach Abzug der Bundeswehr das Aus! Wecken doch die Flugplatzflächen als mögliches Bauland große Begehrlichkeiten. Trotzdem gibt es für beide Stützpunkte wieder einen leichten Hoffnungsschimmer am Horizont! Wir werden weiter für den Erhalt unserer Stützpunkte kämpfen. Die Großübung Feuervogel der Flugbereitschaft Unterfranken, unter der Schirmherrschaft von Innenstaatssekretär Gerhard Eck, auf dem Verkehrslandeplatz Giebelstadt war ein voller Erfolg mit hoher Medienbeachtung. Große Unruhe bei unseren Stützpunktvereinen verursachte das „Rundflugverbot“ von April bis Juni. Durch dieses Verbot war unseren Einsatzpiloten auch die Möglichkeit der freiwilligen Luftbeobachtung bei Rundflügen genommen, daher der zeitliche Einbruch bei den freiwilligen Überwachungsflügen! Dank gemeinsamer Bemühungen der Verbände konnte eine befriedigende Lösung erreicht werden. Die Hochwässer erforderte unseren Einsatz in Oberbayern; die Waldbrandgefahr im Juli/August den Einsatz in allen Regierungsbezirken. Der 13. Fortbildungslehrgang für Luftbeobachter an der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg war wieder ein voller Erfolg. Neu im Kreis des LRSt-Lehrstabs konnte Frank Kurtz vom Luftamt Nordbayern begrüßt werden. Höhepunkt des Jahres war zweifellos der Staatsempfang zum 45jährigen Bestehen der Luftrettungsstaffel auf der Kaiserburg in Nürnberg. Innenminister Joachim Herrmann, in der Vertretung des Bayerischen Ministerpräsidenten, hob die große Bedeutung der Luftrettungsstaffel als Organisation des Katastrophenschutzes hervor und zeichnete Einsatzpiloten für ihr Engagement während der Flutkatastrophe in Oberbayern aus. Aus der Hand von LRSt-Präsident Herrmann erhielten Hermann Stieber, Staatliche Feuerwehrschule Würzburg und der Leiter des Luftamtes Südbayern, Uwe Büchner die LRSt-Verdienstmedaille in Silber. Am Tag nach dem Staatsempfang besuchte Staatsminister Helmut Brunner (Ernährung, Landwirtschaft und Forsten) den Stützpunkt Straubing, um sich ein Bild von der Arbeit der Luftrettungsstaffel zu machen. Das Personal der Luftrettungsstaffel war in allen Regierungsbezirken bei den „Blaulichtempfängen“ des Innenministers zahlreich vertreten. Leider gab es im Jahresverlauf auch traurige Momente, musste die Staffel doch Abschied von hoch verdienten Kameraden nehmen: Ehrenpräsident Ernst Schramm, Stützpunktleiter Dr. Otto Bader und Stützpunktleiter a.D. Helmut Triebler haben uns für immer verlassen. Wir werden ihr Andenken stets ehrend bewahren! Das Jahr schloss mit einem besonderen Ereignis: Unser Ehrenmitglied, Dr. Günter Beckstein, MP a.D. konnte im großen Freundeskreis seinen 70. Geburtstag feiern. Unter den Gratulanten war die Luftrettungsstaffel selbstverständlich vertreten.

2014
Ein für die Luftrettungsstaffel Bayern erfolgreiches Jahr: bei über 350 angeordneten Beobachtungsflügen mit über 500 Stunden Dauer wurden wieder 11 Waldbrände, 3 Hausbrände, 4 Kfz-Brände, 1 Heckenbrand und 37 Flächenbrände entdeckt. Über 100 Verkehrsinformationen wurden übermittelt, Dokumentationen erstellt, Waldschäden lokalisiert und erstmals Wildschweinschäden aus der Luft erfasst. Alle Flüge verliefen unfallfrei. Allerdings lagen Trauer und Freude sehr eng beisammen: aus der aktiven Präsidiumstätigkeit als Referent Personal wurde Ehrenmitglied Johann Weinholzner aus unserer Mitte gerissen, während Gründungs- und Ehrenmitglied, Schatzmeister Dr. Friedrich Gerfertz seinen 90. Geburtstag feiern konnte. Die Jahreshauptversammlung der Staffel in Rußweiher, von den oberpfälzer Kameraden perfekt vorbereitet, bestätigte in den Wahlen die LRSt-Führungsspitze und die Revisoren. Flugbereitschaftsleiter Werner Mühlhäuser (Schwaben) verabschiedete sich in den Ruhestand. Auch an diesem Tagungswochenende waren die Piloten der Staffel erfolgreich im Einsatz. der 20. Lehrgang für LRSt-Führungspersonal konnte im Juni, erstmals als Wochenendlehrgang, an der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg durchgeführt werden. Ihm folgte, wenige Tage später, der 30. Grundlehrgang zur Ausbildung von Luftbeobachtern. In der Feuerwehrschule Würzburg und auf dem Stützpunkt Hettstadt konnten alle Lernziele vermittelt und dank der Flexibilität des Lehr- und Schulpersonals auch alle Ausbildungsziele erreicht werden. Eine besondere Ehrung erfolgte im Spätherbst für die Kameraden Gerfertz und Herrmann sen.. Während Schatzmeister Dr. Gerfertz mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet wurde, gehört Präsident Herrmann nun zu den 16 Persönlichkeiten, die mit der Staatsmedaille "Innere Sicherheit" ausgezeichnet sind.



Im Beisein von LRSt-Ehrenpräsident Dipl. Ing. Reiner Vorholz (li.) und LRSt-Vizepräsident Adof Nüßlein (2.v.r.) überreicht Staatsminister Joachim Herrmann, im Rahmen einer Feierstunde, die Auszeichnungen im Odeon des Innenministeriums.

2015

Das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen forderte die Staffel bayernweit. Die Beobachtungsflugzeuge waren zusammen mit den bayerischen Luftbeobachtern über 900 Stunden in der Luft und hielten Ausschau nach Rauchsäulen, Umweltschäden und Verkehrsbeeinträchtigungen. Zusätzlich hatten die Einsatzpiloten der Luftrettungsstaffel bei ihren Flügen mit über 5000 Stunden Dauer, ihre Augen weit geöffnet und konnten so einen überzeugenden Beitrag zum Schutz von Mensch und Natur leisten. Bei allen Einsätzen blieb die Staffel wieder unfallfrei! Im Rahmen der Jahreshauptversammlung in Fürstenfeldbruck wurde versucht, die Entscheidungsträger der Politik von der Notwendigkeit zu überzeugen, den Luftbeobachtungsstützpunkt Fürstenfeldbruck zu erhalten. Leider haben sich die örtlich Verantwortlichen gegen den Stützpunkt entschieden und damit dessen Ende besiegelt. Was bleibt ist die berechtigte Hoffnung, dass der Stützpunkt Erding erhalten werden kann. Die Versammlung ehrte verdiente Mitglieder und Unterstützer der Luftrettungsstaffel, unter ihnen Peter Hallermeier aus dem Innenministerium. Der 31. Grundlehrgang für Luftbeobachter wurde mit 24 Teilnehmern erfolgreich an der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg und am Stützpunkt Hettstadt durchgeführt. Als Ehrengast konnte Staatssekretär Gerhard Eck begrüßt werden. Am Jahresende musste von Ehrenmitglied Staatsminister a.D. Simon Nüssel Abschied genommen werden. Er hatte maßgeblich beim Aufbau der Staffel mitgewirkt und ihre Eingliederung in den Bayerischen Katastrophenschutz gefördert und ermöglicht.


2016

Nur kurz hielt das vergangene Jahr den Wärmerekord; er wurde im Jahr 2016 bereits wieder gebrochen! Trotz der erneut gestiegenen Durchschnittstemperaturen war die Luftrettungsstaffel kaum gefordert. Nur 136 Stunden waren die Einsatzflugzeuge über Bayern unterwegs. In Niederbayern und Schwaben gab es keine Einsätze. Aber auch die Einsatzpiloten der Luftrettungsstaffel hatten bei ihren Flügen mit fast 5.400 Stunden Dauer, ihre Augen weit geöffnet und leisteten so, unfallfrei,wieder einen überzeugenden Beitrag zum Schutz von Mensch und Natur. Bereits im Frühjahr konnte, im Beisein von Staatsminister Joachim Herrmann, der neue Stützpunkt Gunzenhausen in Dienst gestellt werden und richtete als erste Dienstaufgabe die Jahreshauptversammlung 2016 erfolgreich aus. Leider gab es keine Chance, den Stützpunkt Fürstenfeldbruck zu retten. Kommunalpolitische Entscheidungen hatten das Ende des bewährten Stützpunktes besiegelt und er musste leider zum 31.12.2015, mit Dank an alle Einsatzpiloten, aus der Staffel ausscheiden. Seine Aufgaben wird ab 1.1.2017 der Stützpunkt Oberpfaffenhofen übernehmen. Erfolgreich war der Kampf um den Stützpunkt Erding. Die Unterstützung von Staatsministerin U. Scharf  und Staatsminister J. Herrmann, sowie die Einbeziehung der Verteidigungsministerin  U. von der Leyen, ermöglichten den Erhalt des Stützpunktes und die Rückkehr der Flieger nach Erding. Erstmals „digital“ im Bereich des BOS-Funks wurde der 14. Fortbildungslehrgang  für Luftbeobachter in Würzburg erfolgreich und problemlos durchgeführt. Im Rahmen des Lehrgangs wurde unser langjähriges Präsidiumsmitglied, Alfred Neubert, mit der Verdienstmedaille in Gold ausgezeichnet. Weiterhin ungelöst ist der Problem der nicht aktivierten Luftfunkstelle (129.9) bei den Leitstellen.