Staatsempfang zum 50-jährigem Bestehen der Luftrettungsstaffel Bayern e.V. in der Münchner Residenz


Beim Festakt und Staatsempfang in der Allerheiligen-Hofkirche und im Max-Josef-Saal anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Luftrettungsstaffel Bayern e.V.  in der Münchner Residenz würdigte Innen- und Katastrophenschutzminister Joachim Herrmann bei seiner Ansprache die ehrenamtlichen Mitglieder: „Sie alle leisten mit großem Herzblut einen überaus kostbaren Dienst für unser Land und seine Menschen, wofür ich Ihnen herzlich danke!“ Nach ihrer Gründung 1968 ist die Luftrettungsstaffel seit 1973 fester Bestandteil der Katastrophenschutzplanung in Bayern. Der Innenminister lobte ganz besonders das über 30-jährige Engagement von Präsident Karl Herrmann, für das er erst kürzlich den Bayerischen Verdienstorden von Ministerpräsident Dr. Markus Söder erhalten hat: „Sie haben für "Ihre" Staffel schon vieles durchgesetzt und erreicht!“ 50 Jahre Luftrettungsstaffel bedeuten 50 Jahre unverzichtbaren Dienst der Ehrenamtlichen, um drohende Gefahren abzuwehren, die aus der Luft frühzeitig zu erkennen sind. Die Luftrettungsstaffel schützt Bayerns Bürger mit derzeit rund 300 ehrenamtlichen Piloten mit über 150 Flächenflugzeugen und fünf Hubschraubern, die auf 32 Flugplätzen in ganz Bayern verteilt sind sowie rund 250 aktiven Luftbeobachtern. Allein heuer gab es auf Anordnung der Regierungen zum vorbeugenden Schutz der Bevölkerung bereits 140 Einsatzflüge. „Bei den diesjährigen Beobachtungsflügen konnten zahlreiche Gefahrenlagen wie beispielsweise 97 offene Feuerstellen, sieben Waldbrände und 18 Flächenbrände gemeldet und dadurch Schlimmeres verhindert werden“, so der Katastrophenschutzminister. Je nach Wetterlage wendet der Freistaat für die vorbeugende Luftbeobachtung von Waldbränden und Naturgefahren jährlich zwischen 50.000 Euro und 200.000 Euro auf. Laut Joachim Herrmann bilden seit Jahren Behörden, Luftbeobachter und Luftrettungsstaffel Bayern ein eingespieltes Team: „Bayern hat mit der Luftrettungsstaffel ein höchst bewährtes Instrument im Katastrophenschutz, das sich jahrzehntelang bestens bewährt hat und in dieser Form in Deutschland einmalig ist.“


„Wir sind für unsere Sicherheit in Bayern sehr gut aufgestellt und haben mit allen aktiven Mitgliedern der Luftrettungsstaffel einen hervorragenden Partner für die Sicherheit in unserem Land“, betonte der Bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder in einer Video-Botschaft an die Festteilnehmer. Die Luftrettungsstaffel kam auch 2013 beim verheerenden Jahrhunderthochwasser sowie bei sintflutartigen Regenfällen 2016 zum Einsatz und werde laut Ministerpräsident Söder durch zunehmende Wetterextreme auch in Zukunft aus dem Bayerischen Katastrophenschutz nicht mehr wegzudenken sein.

LRSt-Präsident Karl Herrmann bedankte sich für die anerkennenden Worte von Innenminister Joachim Herrmann und Ministerpräsident Markus Söder. Er nannte als einen der Hauptgründe für das 50jährige Bestehen der Staffel, das partnerschaftliche Verhältnis mit den Staatlichen Institutionen. Es war das Innenministerium, das sich mit der Idee der Luftbeobachtung intensiv beschäftigte. Besonders dem damaligen Ministerialrat Dr. Hellmut Oehler war es zu verdanken, dass am 20. Juli 1968 die Luftrettungsstaffel Süd, die heutige Luftrettungsstaffel Bayern, ins Leben gerufen wurde. Bereits im Dezember 1969 informierte das Innenministerium die Regierungen und Kreisverwaltungsbehörden über die Luftrettungsstaffel und beabsichtigte, bei deren Bewährung, einen weiteren Ausbau. Auch die Idee des „Luftbeobachters“ als Partner im Beobachtungsflugzeug galt es umzusetzen. Im Jahr 1973 wurde die Luftrettungsstaffel Bayern offiziell als Organisation in die Katastrophenschutzplanung der Freistaats Bayern übernommen.


Seit 1978 werden die Aus- und Fortbildungsveranstaltungen für Luftbeobachter höchst erfolgreich an der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg durchgeführt. Da die vorbeugende Waldbrandüberwachung und der Schutz des Waldes zu den Hauptaufgaben der Luftrettungsstaffel gehören, wurde das Bayerische Landwirtschafts- und Forstministerium ebenfalls Partner der Luftrettungsstaffel. Staatsministerin Michaela Kaniber hatte in ihrem Grußwort der Arbeit der Staffel höchste Anerkennung gezollt und geht davon aus, mit der Luftrettungsstaffel auch weiterhin einen bewährten und zuverlässigen Partner bei der Fürsorge um 2,6 Millionen Hektar Wald in Bayern zu besitzen.

In seinem Ausblick auf die kommenden 50 Jahre konnte Präsident Herrmann feststellen, dass die tragende Idee, Hilfe durch Technik oder im Klartext: „Wer Oben ist, sieht mehr“, noch lange Gültigkeit besitzen wird! Er ist sich sicher, dass die bayerischen Flugsportvereine der Luftrettungsstaffel die Treue halten werden, so lange sie finanziell existieren können und nicht durch Europäische Gesetzesvorgaben erstickt werden.

Die zuständigen Ministerien und die verantwortlichen Politiker des Freistaats Bayern haben erkannt, welch wertvolles, effektives und preiswertes Instrument für den Katastrophenschutz sie mit der Luftrettungsstaffel Bayern besitzen. So lange diese ihre Aufträge professionell und zuverlässig abarbeite, könne die Luftrettungsstaffel Bayern, zusammen mit den staatlichen Luftbeobachtern, als „fliegendes Auge des Katastrophenschutzes“, auf die Unterstützung aller staatlichen Partner,  rechnen.

Unverzichtbar für den Bestand der Staffel sei es, die richtigen Personen, zur rechten Zeit, am richtigen Ort zu haben. In Blick in die Runde des Luftrettungsstaffelpersonals lasse erkennen, dass es in den nächsten Jahren zu personellen Veränderungen auf allen Staffelebenen kommen wird. Dieser Wechsel des Einsatz- und Führungspersonals wird nicht immer einfach und problemlos zu vollziehen sein. „Frage nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern frage, was du für dein Land tun kannst“ Dieser Satz, den uns Präsident Schramm ins Stammbuch geschrieben hat, darf seine Gültigkeit auch in Zukunft nicht verlieren, muss Richtschnur unseres Handels bleiben, dann können wir gemeinsam, mit Gottes Hilfe und Schutz, die nächsten 50 Jahre unserer einmaligen Fliegergemeinschaft, guten Mutes, angehen“, so Präsident Herrmann mit seinen Schlussworten.

Ein weiterer, emotionaler Höhepunkt des Festaktes, war die Auszeichnung von verdienten LRSt-Mitgliedern durch Innenminister Joachim Herrmann und den LRSt-Präsidenten mit der „Goldenen Verdienstmedaille der Luftrettungsstaffel Bayern“.


Gerlinde Stöhr arbeitet seit 1975, also seit mehr als vier Jahrzehnten, für die Luftrettungsstaffel Bayern als zuverlässige, stets verfügbare und gewissenhafte Schrift- und Protokollführerin. Sitzungseinladungen, Rundschreiben, termingerechte Einberufung der Jahreshauptversammlungen, schnellstmögliche Erstellung von aussagekräftigen Sitzungsprotokollen, Wahlvorbereitungen, Gästeeinladungen zu repräsentativen Veranstaltungen und volle Unterstützung des LRSt-Präsidiums zeichnen Gerlinde Stöhr im höchsten Maße aus. Obwohl nicht selbst fliegerisch ambitioniert, machte sie sich die Probleme der Luftrettungsstaffel zu Eigen und beurteilte sie aus Sicht des neutralen Beobachters. Durch ihre Teilnahme an nahezu allen Präsidiumssitzungen und Jahreshauptversammlungen weißt sie ein umfassendes Wissen über die Luftrettungsstaffel und entsprechende Beschlüsse und Vorgänge auf und kann aus diesem Wissen heraus wichtige Impulse liefern. Die Luftrettungsstaffel Bayern hofft, dass sie noch lange auf die Unterstützung von Gerlinde Stöhr zählen darf.

Dieter Naber(2.v.l.), Urgestein der Luftrettungsstaffel, ist seit 1976 am Stützpunkt Schmidgaden Einsatzpilot und hat sich als solcher über vier Jahrzehnte in zahlreichen Einsatzflügen bewährt. 1999 übernahm er die Flugbereitschaft der Oberpfalz und führt diese bis heute, ebenso wie den Stützpunkt Schmidgaden. Als das Amt des Revisors 1999 neu besetzt werden musste, war Dieter Naber sofort bereit, sich dieser wichtigen Aufgabe zu stellen und gab die Verantwortung erst in diesem Jahr ab, um als stellvertretender Schatzmeister der Luftrettungsstaffel zur Verfügung zu stehen. Die Betreuung seiner Luftbeobachtungsstützpunkte geschieht in höchst kameradschaftlicher Art und Weise. Darüber hinaus verdient sein Engagement bei der Luftbeobachterausbildung hohe Anerkennung. Über zehn Jahre gehörte er dem Lehrstab der Staffel an und war bei den Luftbeobachteraspiraten  als Theorielehrer und als Pilot geschätzt. Wann immer Dieter Naber für Staffelaufgaben benötigt wird, steht er uneingeschränkt und absolut zuverlässig zur Verfügung. Die Luftrettungsstaffel Bayern dankt Dieter Naber für sein vorbildliches  Engagement im Dienste der Allgemeinheit und für seine anerkennenswerte, erfolgreiche und geschätzte Mitarbeit bei der Aufgabenerfüllung unserer Staffel. Er hat sich um den Stützpunkt Schmidgaden, die Flugbereitschaft Oberpfalz  und um die Luftrettungsstaffel insgesamt, verdient gemacht.

Karl gen. Charles Herrmann jun.(2.v.r.) ist seit 1994 in der Luftrettungsstaffel aktiv, sei es als Einsatzpilot, als stellvertretender Stützpunktleiter in Hettstadt, als stellvertretender Flugbereitschaftsleiter in Unterfranken, im Lehrstab der Staffel, als Referatsleiter Einsatz, und Personal, als LRSt-Webmaster und  als Pilot des „Schnellen Einsatzflugzeugs - SEF“. Dieses wird in Unterfranken nunmehr seit 20 Jahren bei unklaren Schadenslagen kurzfristig eingesetzt, um schnellstmöglich einen genauen Überblick oder eine präzise Lokalisierung von Schadensereignissen zu erhalten. Nach rund 350 SEF-Flügen zählt er zu den Piloten mit den meisten Einsatzerfahrungen in der Staffel und liefert nahezu immer brauchbare Foto- oder Videodokumente seiner Einsätze. Selbst ausgebildeter Luftbeobachter und als solcher auch eingesetzt, kennt er die LBO -Probleme aus eigner Erfahrung und nicht nur aus Pilotensicht. Nach seinen Vorplanungen und unter seiner Mithilfe wurden in Unterfranken mit Unterstützung der Bezirksregierung, mit „Adlerauge“, „Searching-Wings“ und „Feuervogel“ drei gelungene, bayernweit beachtete Großübungen erfolgreich durchgeführt. Als Webmaster brachte er die Luftrettungsstaffel ins Internet und stellt zeitnah die Ereignisse und Erfolge der Staffel für die interessierte Öffentlichkeit  dar.
Höchst wertvoll für das Staatsministerium und für die Medienarbeit sind und waren die von ihm erstellten Einsatz- und Ereignisübersichten, die in „heißen Zeiten“ täglich erscheinen. Die vom ihm zusammengestellten  Jahresberichte sind informativ gestaltet und spiegeln die Arbeit der Staffel wider.
Die Luftrettungsstaffel Bayern dankt Charles Herrmann für sein vorbildliches  Engagement im Dienste der Allgemeinheit und für seine umfassende und geschätzte Mitarbeit bei der Erfüllung der vielfältigen Aufgaben unserer Staffel.
Die Luftrettungsstaffel Bayern ist stolz, die geehrten Persönlichkeiten zu ihren Aktiven zählen zu dürfen und hofft auf weiterhin erfolgreiche Mit- und Zusammenarbeit.

Abschluss des Festaktes, der musikalisch vom Bläserensemble der Bayerischen Polizei aufgelockert und umrahmt wurde, war die Uraufführung des Image-Videos der Luftrettungsstaffel Bayern. In gut fünf Minuten gibt es umfassende, lebendig zur Schau gestellte Informationen  über Geschichte, Organisation und  Aufgabenbereiche der Staffel. Derzeit kann das Video bei „YouTube“ unter dem Stichwort „Luftrettungsstaffel Bayern“ aufgerufen werden.

Fotos: J. Schwepfinger