Einsatzzahlen erreichten Rekordniveau

Nicht nur die Temperaturen erreichten Rekorde, auch die Einsatzzahlen der Luftrettungsstaffel bewegten  sich in diesem Sommer im Spitzenbereich: bei 631 angeordneten Flügen waren die Luftbeobachtungsteams über 825 Stunden im Einsatz. Damit nimmt  das Jahr 2015 den dritten Platz in der Einsatzstatistik ein. Nur in den Jahren 2003 und 2007 gab es mehr Einsatzflüge. Bei den unfallfrei durchgeführten Flügen wurden insgesamt 486 Feuerstellen überprüft. Dabei wurden 14 Wald-, 73 Flächen-, 10 Gebäude- und 8 Kfz-Brände entdeckt, lokalisiert und weitere Veranlassung getroffen. In vielen Fällen galt es, die Feuerwehren aus der Luft zu den Brandstellen zu lotsen. Daneben meldeten die Besatzungen 12 Verkehrsunfälle, eine Wasserverschmutzung und 25 Fälle von Borkenkäferbefall. Es wurden 25 Bilddokumentationen erstellt und 63 Verkehrsinformation übermittelt. Auch an der Suche nach zwei Luftfahrzeugen und einer vermissten Person war die Staffel beteiligt. Im behördlichen Auftrag wurden Flüge zur Lokalisierung und Einstufung von Trockenschäden in den Wäldern erfolgreich durchgeführt. Durch die Kontrolle von fremd gemeldeten Rauchentwicklungen, insbesondere durch das „Schnelle Einsatzflugzeug“, die sich dann als Staubfahnen erwiesen, ließen sich zahlreiche Fehleinsätze der Feuerwehrkräfte vermeiden. Alle Flugbereitschaften waren an den erfolgreichen Überwachungsflügen beteiligt, konnten die Flugbereitschaftsleiter auf der LRSt-Präsidiumssitzung Ende Oktober in Greding berichten. Leider mussten wetterbedingt (Gewitter und Sturm) einige Flüge vorzeitig abgebrochen werden, da „Sicherheit“ des Erste Gebot der Luftrettungsstaffel ist. Zum Jahresende werden die freiwilligen Beobachtungszeiten der Einsatzpiloten von den einzelnen Stützpunkten gemeldet und für die Jahresbilanz aufbereitet.


Das Entdecken von Waldbränden in der Entstehungsphase, eine Spezialaufgabe der Luftrettungsstaffel.

Einschränkungen
Die gute Stimmung im Präsidium der Staffel wurde allerdings in den letzten Wochen getrübt! Dem Stützpunkt Erding wurde durch Einquartierung von Asylbewerbern auf dem Flugplatzgelände derzeit die Basis, die Möglichkeit des Flugbetriebs, entzogen. Die Einsatzflugzeuge sind in Landshut abgestellt. In einem anderen Regierungsbezirk musste die angesetzte LBO-Fortbildung wegen Überlastung des Personals der Regierung durch Aufgaben der Asylantenbetreuung abgesagt werden. Was bleibt ist die Hoffnung auf Unterstützung durch die  Regierung von Oberbayern, das Luftamt Südbayern und der Bundeswehr, um dem Stützpunkt Erding wieder Flugmöglichkeiten auf ihrem Heimatstützpunkt zu schaffen.

Digitalfunk
Um für den Digitalfunk gerüstet zu sein werden derzeit alle Einsatzflugzeuge mit entsprechenden Antennen ausgerüstet. Mit finanzieller Unterstützung durch das Innenministerium und nach umfangreichen Test- und Messflügen im Auftrag der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg, wurde die Umrüstaktion Ende November beendet, und mit der Aus- und Fortbildung der Luftbeobachter für den Digitalfunk begonnen. Rechtzeitig zur kommenden Überwachungssaison werden die neuen Funkgeräte – ein eigenes Gerät pro Stützpunkt – den Luftbeobachtern zu Verfügung gestellt. Die meisten Einsatzflugzeuge sind dann sowohl für analoge BOS-Funkgeräte als auch für die neuen Digitalgeräte gerüstet.

Perspektiven
Durch die Auflösung des Stützpunktes Herzogenaurach wurde einem anderen mittelfränkischen Flugverein die Möglichkeit eröffnet, die Mitgliedschaft zu erwerben und in der Luftrettungsstaffel aktiv zu werden. Erfreut nahm das LRSt-Präsidium den Aufnahmeantrag der Flugsportvereinigung Gunzenhausen zustimmend zur Kenntnis. Ab Januar ist der Verein in die Riege der Stützpunkte aufgenommen. Die feierliche „In-Dienst-Stellung“ soll zusammen mit der LRSt-Jahreshauptversammlung am 9. April 2016 auf dem Flugplatz Gunzenhausen erfolgen.

Durch die existentielle Bedrohung der Stützpunkte Erding und Fürstenfeldbruck bedingt, beschäftigte sich das LRSt-Präsidium mit der Situation in Oberbayern und beauftragte den zuständigen Flugbereitschaftsleiter, Jürgen Wehrens, mögliche Entwicklungsszenarien für die Flugbereitschaft zu prüfen.


Ein harmlos erscheinender Flächenbrand kann schnell zur Gefährdung des Waldes führen.