LRSt-Pilot wird zum Schutzengel

Schutzengel sind fliegende Wesen, das sollte hinreichend bekannt sein. Dass aber fliegende Wesen, wie LRSt-Einsatzpilot Gerd Wilfert zum Schutzengel werden, kann man als durchaus selten bezeichnen. Auf seinem Flug mit dem Motorsegler D-KIOY entdeckt er bei Dorsbrunn, südlich des Brombachsees, starke Rauchentwicklung aus einem Waldstück. Sofort ändert er seinen Flugweg, um die Ursachen der Rauchentwicklung zu erkunden. Tatsächlich, zwei Feuerstellen mit im Wald und keine Personen zu Feuerkontrolle auszumachen. Schnell werden die Koordinaten der Brandstelle ermittelt und an den Flugleiter des Flugplatzes Weißenburg-Wülzburg übermittelt. Leider ist eine Kommunikation mit der Leitstelle über den Flugfunk nicht möglich, da die Leistellen bayernweit nicht mehr mit Flugfunkempfängern ausgerüstet sind! Vom Flugplatz aus wird die zuständige Polizeidienststelle informiert und Alarm für die Feuerwehren ausgelöst. Leider ist eine Führung der Löschfahrzeuge aus der Luft nicht möglich. Trotzdem unterstützt Gerd Wilfert die anfahrenden Feuerwehrkräfte, in- dem er als Orientierungshilfe über der Brandstelle kreist. Natürlich gehen bei der Anfahrt durch die herrschende Situation wertvolle Minuten verloren, bis die Brandstellen erreicht werden. Bis zu diesem Zeitpunkt ein Vorgang, wie er sich zig-fach in der Vergangenheit schon ereignet hat.


Al. Br., ein Mischelbacher Rentner, wird seit vier Tagen von seiner Familie vermisst. Der 75-jährige Rentner war mit seinem Geländewagen unterwegs und hatte sich nicht mehr gemeldet. Trotz intensiver Suche und öffentlicher Aufrufe gab es keinerlei Hinweise auf den Verbleib des Seniors, der gesundheitlich angeschlagen und auf Medikamente angewiesen ist. Und dann das kleine Wunder: auf der Anfahrt zur Brandstelle findet die Feuerwehr den festgefahrenen Wagen in der Nähe einer Schafweide, abseits sämtlicher Waldwege. Ein umgefahrener Baum blockierte die Autotür, so dass sich der Fahrer nicht mehr aus dem Fahrzeug befreien konnte. Drei Nächte hatte der Senior so im Fahrzeug ausharren müssen, bis ihn die Feuerwehr wohlbehalten befreien konnte. Trotz der bereits kalten Nächte und der langen Zeit ohne entsprechende Versorgung, befand sich Al. Br., wie die Polizei mitteilte, in einem guten gesundheitlichen Zustand. Zur Beobachtung wurde er in die Kreisklink gebracht und hat diese bereits wieder verlassen.

Ob er sich bereits bei Gerd Wilfert bedankt hat, ist (noch) nicht bekannt. Ohne dessen Bereitschaft, jeder Rauchentwicklung im Wald seine Aufmerksamkeit zu widmen, hätte es für Al. Br. wahrscheinlich kaum mehr Rettung gegeben. Insgesamt ein doppelt erfolgreicher LRSt-Einsatz!