Gefahrenabwehr auf der Bundeswasserstraße Main

Katastrophenschutzübung "Mainschleife 2000" voller Erfolg - Luftrettungsstaffel half mit!

Weit über 300 Kräfte waren bei der größten Katastrophenübung der letzten Jahre in Unterfranken im Einsatz. Zusammen mit dem Landratsamt Kitzingen und der Bundeswehr hatte die Regierung von Unterfranken eine Übung vorbereitet, die das Zusammenwirken verschiedenster Behörden und Organisationen notwendig machen sollte:

Auf dem Main waren mainaufwärts vor der Volkacher Mainbrücke das Personenschiff "Undine" und das Frachtschiff "Frankenberg" kollidiert. An Bord der "Undine" befanden sich ca. 30 Passagiere, die Anzahl der Personen an Bord der "Frankenberg" waren nicht bekannt.
Aufgrund der Kollision trat aus beiden Schiffen Öl aus.
An Bord der "Undine" entstand im Maschinenraum ein Kabelbrand; an Bord der "Frankenberg" trat knapp 15 Minuten nach dem Zusammenstoß starker Rauch aus dem Maschinenraum aus. Ein Leck im Rumpf der "Frankenberg" ließ beständig Wassermengen in den Laderaum eindringen. Dies erschwerte die Situation erheblich, da nicht bekannt war, welche Fracht die "Frankenberg" geladen hatte und woraus sich diese zusammensetzte.

Mit der Nachalarmierung weiterer Kräfte von THW, Feuerwehren, Bundeswehr, Rotem Kreuz und Wasserwacht , wurde auch das Schnelle Einsatzflugzeug (SEF) mit einem Luftbeobachter zur Schadenstelle beordert.

Zwei Minuten nach dem Alarm ist das SEF in der Luft und trifft nach weiteren 9 Minuten an der Unfallstelle ein. Seit dem Unfallereignis sind bereits mehr als 40 Minuten vergangen. Dem Luftbeobachter stellt sich folgendes Szenario dar:

Aus den zusammengestoßenen Schiffen tritt Öl aus und treibt mainabwärts (aus Umweltschutzgründen nicht dargestellt), die Löschversuche der Feuerwehrkräfte vom rechtsmainischen Ufer erreichen das brennende Schiff nicht. Die verunglückten Schiffe werden mit Booten angefahren um die Personenrettung und Brandbekämpfung auf den Schiffen durchführen zu können.

Laut Mitteilung durch die Einsatzleitung sollen Ölsperren errichtet werden. Das SEF überprüft diese Mitteilung und beobachtet die Einrichtung zweier Ölsperren flussabwärts durch THW und Feuerwehr.

Es bekommt von den ÖEL den Auftrag, den Main nach schwimmenden Verletzten des Passagierschiffes abzusuchen und Bilder zur Schadensdokumentation zu erstellen.

Durch ein Versehen beim Einbringen der Ölsperre wird diese von einem Motorboot überfahren, so dass weiteres Öl flußabwärts treibt. Durch das Sperren des Mainkanals hat sich dies Fließgeschwindigkeit das Mainwassers erhöht, so dass sich der Ölteppich verstärkt ausbreitet. Das SEF überwacht die Ölausbreitung.

Ca. 2 Stunden nach dem Unglücksfall hat die Örtliche Einsatzleitung alles im Griff.

Die Verletzten sind linksmainisch in Versorgungszelten untergebracht und werden von dort nach Erstversorgung und Registrierung in umliegende Krankenhäuser gebracht. Die Einsatzkräfte der Feuerwehren habe die Brände auf den Schiffen unter Kontrolle; schnelle Fahrzeugtransporte könnten durch die Vierfachfähre der Bundeswehr durchgeführt werden.

Die erste Ölsperre, durch das THW eingebracht und mit einem Bandskimmer versehen erfüllt ihre Aufgabe ebenso wie die zweite Sperre mit Aufbau der Ölwehrausrüstung beim Wasserübungsplatz der Bundeswehr in Nordheim.

Nach fast 2 Stunden Einsatzflug kehren Luftbeobachter Matthias Gernert vom LRA Kitzingen und Einsatzpilot Karl Herrmann jun. zurück. Sie haben bewiesen, dass Luftrettungsstaffel und Luftbeobachter ein wichtiges Glied in der starken Kette der Hilfsorganisation bei einem Großschadensereignis sind.