Einsatzpiloten erproben Rescuetrack

Bestes Flugwetter ermöglichte beim 22. Lehrgang für das Führungspersonal der Luftrettungsstaffel den problemlosen Anflug zum Verkehrslandeplatz Giebelstadt. Hier und an der Staatlichen Feuerwehrschule in Würzburg konnten die 24 Teilnehmer ein arbeitsreiches Wochenende erfolgreich abschließen. Präsident Karl Herrmann überreichte allen Teilnehmern vor dem Heimflug, der Heimfahrt  am Sonntag die Bestätigung der erfolgreichen Teilnahme an diesem Intensivlehrgang. Damit erfüllen alle Teilnehmer die Voraussetzung, Führungsfunktion in der Staffel zu übernehmen und z.B. das Amt des Stützpunktleiters zu übernehmen. Hinter den Teilnehmern lagen zwei anstrengende, arbeitsintensive Tage aber auch Zeit um persönliche Kontakte mit den Kameraden aus den anderen Flugbereitschaften zu knüpfen. Doch ohne die Unterstützung der Staatliche Feuerwehrschule Würzburg wäre der Wochenendkurs undurchführbar: Qualifiziertes Lehrpersonal, Transport zum Flugplatz, Übernachtungen und Küchenbenutzung waren selbstverständliche Dienste, die uns bereitgestellt  wurden.


In enger Kooperation: der VLP Giebelstadt und die Staatliche Feuerwehrschule Würzburg, die Gastgeber des Lehrgangs.

Funkpraxis
Natürlich nahm die Einführung unserer Piloten in den BOS-Digitalfunk breiten Raum ein, und alle waren sich einig, dass es Stephan Brust gelungen ist, die komplexe Thematik durch handelnden Umgang mit den Funkgeräten praxisnah zu vermitteln. Damit bekamen die Piloten das Wissen vermittelt, um ihren Luftbeobachtern notfalls hilfreich zur Seite zustehen.

Rescuetrack
Ein weiterer Schwerpunkt war die Einführung in die Funktionen des Rescuetrack-Systems der Firma Convexis zum Zwecke der Flugverfolgung, Positionsdaten- und Einsatzübermittlung an Luftbeobachter und ILS. Nach der theoretischen Einführung  wurde das System dann von den Piloten in der Praxis erprobt. Fazit: Wenn das System seine „Kinderkrankheiten“ überwunden hat und eine Konzeption zur bayernweiten Ausstattung der Luftbeobachter erarbeitet und durch das Innenministerium abgesegnet ist, würde Rescuetrack der Arbeit der LBO und der ILS erheblich erleichtern. Ein Verzicht auf die Kartenschulung der LBO kann trotzdem nicht erfolgen, da Karten auch weiterhin als Rückfallebene Verwendung finden müssen. Die Staatliche Feuerwehrschule Würzburg wird die Erprobung fortsetzen und will bis spätestens Sommer 2020 ein abschließendes Konzept vorlegen.


Für die Erprobung von Rescuetrack wurde erstmals der neue, feuerrote  „Schnelle Einsatzhubschrauber (SEH)“ aus der Oberpfalz eingesetzt. Der R 66 mit Turbinenantrieb wird von Jörg Herrmannsdörfer der Staffel und den Innenministerium mit Sonderbedingungen zur Verfügung gestellt.

LBO-Schulung

Auch in der Praxis waren die Staffelpiloten gefordert, die als Luftbeobachter fungierten. So lauteten ihre Aufträge z.B. wie folgt:

-Waldbrandüberwachung auf vorgegebener Route (Kurs- und Zeitberechungen)

-Einbau des BOS-Gerätes ins Flugzeug und Probebetrieb

-Anfertigen von Detailaufnahmen einer Mainbrücke aus unterschiedlichen Richtungen (mit Auswertung der Aufnahmen nach dem Flug)


-Abgeben von Verkehrsmeldungen beim Überfliegen der Autobahn

-Meldung der erreichten Wendepunkte an die Einsatzleitung und Dokumentation des Qualität des Funkverkehrs

-Unterstützung des Piloten bei der Überwachung des Luftraums

Vertieft wurden die praktischen LBO-Erfahrungen der Piloten durch die Ausführungen von Hermann Stieber, langjähriger Lehrgangsleiter bei der LBO Ausbildung. Nach der Präsentation der Lehrinhalte bei den LBO-Ausbildungsstufen I (Grundlehrgang) und III (Fortbildungslehrgang), zeigte er die Folgerungen für die Inhalte der Lehrgänge Stufe II (Ebene der Flugbereitschaften) auf. Hier stehen im fliegerischen Teil die Stützpunkt- und Flugbereitschaftsleiter in der Pflicht.

Staffelinterna

Abschließender Themenbereich war die Luftrettungsstaffel als Organisation. Aufbau und Struktur, Meldewesen, Dienstordnungen und Satzung waren ebenso zu besprechen wie das Abrechnungswesen und der Versicherung der LRSt-Mitglieder.

Nachdem keine Fragen mehr offen waren, die Teilnehmer zufrieden aber etwas erschöpft, wurden sie mit dem Dank des Präsidenten für ihre Teilnahme, herzlich verabschiedet und auf den Heimweg geschickt. Der Dank aller Teilnehmer galt aber auch den Damen Karin Stieber und Maria Herrmann, die für Speis und Trank sorgten, wobei Frau Stieber bei der Weinprobe am Samstagabend ihr Weinwissen, mit launigen Worten, selbst den überzeugten Biertrinkern, vermitteln konnte.

Text C. Herrmann
Bilder J. Herrmannsdörfer (R66) , C. Herrmann