Führungspersonal erfüllt Satzungsvorgaben

Die im Frühjahr erfolgten Wahlen in der Luftrettungsstaffel Bayern und die Eröffnung des neuen Stützpunktes Oberpfaffenhofen machten die Durchführung eines LRST-Lehrgangs für das eigene Führungspersonal unabdingbar. So trafen sich „Neulinge“ und „Altgediente“ in der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg und auf dem Verkehrslandeplatz Giebelstadt, um in einem Wochenendlehrgang alle wichtigen Informationen, die zur Führung eines Stützpunktes notwendig sind, zu erhalten. Leider ließen die Wetterbedingungen am Anreisetag nicht zu, dass die Kameraden aus Oberbayern mit dem Flugzeug anreisen konnten; sie mussten stattdessen auf den Pkw umsteigen. Trotzdem konnte Präsident Karl Herrmann alle Kursteilnehmer pünktlich im Abfertigungsgebäude des Verkehrslandeplatzes Giebelstadt begrüßen. Hier und in der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg sollten die Teilnehmer in den kommenden Tagen ihre Heimat finden: Übernachtung, Frühstück und Vormittagsunterricht in der Schule, fliegerische Aktivitäten, Abend- und Mittagessen, Kaffeepausen auf dem Flugplatz. Als Transportmittel stand der Bus der Schule mit Chauffeur Hermann Stieber zur Verfügung.

 

Da mittlerweile in fast allen Regierungsbezirken flächendeckend digital gefunkt werden kann, war der erste Ausbildungsschwerpunkt die Einführung in die Bedienung der neuen Sipura Digitalfunkgeräte. Mit diesen Geräten wurden in Bayern alle Luftbeobachtungsstützpunkte ausgerüstet, um eine einheitliche BOS-Funkausbildung aller Luftbeobachter zu ermöglichen und bei Übungen oder Einsätzen jedes BOS-Funkgerät in jedem Einsatzflugzeug problemlos verwenden zu können. Aus diesem Grund sind alle Einsatzflugzeuge der Staffel mit gleichen Antennen und entsprechenden Anschlussmöglichkeiten ausgestattet.

 

Andreas Wohlfart, Funkspezialist der Feuerwehrschule, versuchte nicht nur die technischen Grundlagen des Digitalfunks zu erklären, sondern darüber hinaus auch Tipps zum praktischen Umgang mit den Geräten zu vermitteln, um die Piloten in die Lage zu versetzen, ihren Luftbeobachtern bei möglichen Geräteschwierigkeiten zur Seite zu stehen.

Der Nachmittag am Samstag war dann dem fliegerischen Teil der Fortbildung gewidmet. Karl Herrmann jr., Einsatzleiter der Luftrettungsstaffel, hatte auf 10 unterschiedlichen Flugrouten anspruchvolle Zuordnungsaufgaben vorbereitet und spezielle Objekte zur Fotodokumentation ausgesucht. Die den Piloten vorliegenden Bilder waren so aufgenommen worden, dass nur ein spezielles Merkmal im Bild vorhanden war, um es  lokalisieren  zu können. In der Nachbesprechung wurde den Piloten dann gezeigt, wie durch geringfügige Änderung der Brennweite bzw. Wechsel der Aufnahmerichtung, die Bilder zusätzliche Erkennungsmerkmale erhalten können und so eine leichtere Zuordnung der Lokalität für die Einsatzleitung möglich wird.

 

Eine gute Flugvorbereitung erleichtert die Erfüllung der gestellten Aufgabe. Stützpunktleiter Thomas Wenninger, Vilshofen, erhält hilfreiche Hinweise vom Leiter des Referats Einsatz, Karl Herrmann jr.

Die Problematik, für die Einsatzleitung aussagekräftige Bilddokumente zu erstellen, war ebenfalls Gegenstand der Ausführungen von Hermann Steiber, Leiter der LBO-Ausbildung an der Staatlichen Feuerwehrschule. In dieser Eigenschaft klärte er die Teilnehmer auch über die wichtigsten Lernziele der LBO-Ausbildungen Stufe I und Stufe III auf, um daraus die Forderungen der LBO-Schulung Stufe II auf Regierungsebene abzuleiten. Diese Lehrgänge, in Verantwortung der zuständigen Bezirksregierung und der Flugbereitschaft, sollen ergänzend zu den Lehrgängen an der Feuerwehrschule in Würzburg die Luftbeobachter fordern und fördern und sie für ihre verantwortungsvolle Aufgabe fit halten.

 

„Gespräche auf Augenhöhe“ konnten die Teilnehmer mit dem Leiter der LBO-Ausbildung, Hermann Stieber (hier Bildmitte), zu allen Themenbereichen der Luftbeobachtung führen.

Als im Verlauf der Übungsflüge eine Besatzung eine heftige Rauchsäule entdeckte, wurde das Team sofort mit der Lokalisation und Dokumentation des Brandes beauftragt. In Giebelstadt war eine Hecke in Brand geraten. Dieser hatte einen Geräteschuppen in  Mitleidenschaft gezogen und bedrohte das Wohnhaus. Die Anfahrt der Feuerwehr wurde ebenso hervorragend dokumentiert wie der Verlauf des Brandes und die Löscharbeiten der örtlichen Feuerwehr, die sich freuen wird, eine Luftbilddokumentation des Einsatzes überreicht zu bekommen.

 

Die Klärung staffelinterner Vorgänge, Vorschriften und Besprechung der verschiedenen LRSt-Dienstordnungen war dem Präsidenten vorbehalten. Von der gegebenen Absicherung des Staffelpersonals über den KUVB bis hin zum Abrechnungswesen in der Luftrettungsstaffel reichte seine „Aufklärungsarbeit“. Offen und umfassen konnten alle gestellten Fragen der Teilnehmer behandelt werden. Der wichtigen Informationsmöglichkeit im LRSt-Intranet galt seine weitere Empfehlung. Besonderen Wert legte Präsident Herrmann auf die Definition für „angeordnete“ Flüge. Grundsätzlich können Flüge der Luftrettungsstaffel ausschließlich von den LRSt-Entscheidungsträgern auf allen Ebenen angeordnet werden! Die Letztentscheidung zur Durchführung eines Einsatzfluges trifft allerdings immer der mit dem Flug beauftragte Pilot!

Ob nun die Ausgabe der Teilnahmeurkunden oder der Kameradschaftsabend in der Feuerwehrschule, dem eine Schulbesichtigung voraus ging, den Höhepunkt der gelungenen 21. Fortbildungsveranstaltung für LRSt-Personal darstellte, konnte jeder für sich entscheiden. Insgesamt war man mit den vermittelten Inhalten, dem Lernzuwachs und den gezeigten Leistungen höchst zufrieden, und bei herrlichem Wetter konnten die Heimfahrt und –flüge angetreten werden. Natürlich hatte man nicht vergessen, den betreuenden Damen  vor Ort, Karin Stieber und Maria Herrmann, herzlichen Dank zu sagen, verbunden mit dem Wunsch auf ein Wiedersehen in absehbarer Zeit.