Staatssekretär Gerhard Eck lobt ehrenamtlichen Einsatz der Luftbeobachter

Der 31. Grundausbildungslehrgang für Luftbeobachter (LBO) an der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg stand insgesamt unter einem glücklichen Stern: sowohl die Ausbilder als auch die Teilnehmer waren mit dem Ergebnis der einwöchigen Ausbildung in Theorie- und Praxis der Luftbeobachtung hoch zufrieden. So gaben 80 Prozent der Teilnehmer dem inhaltlich sehr anspruchsvollen Lehrgang die Note „sehr gut. Im Gegenzug erhielten alle Teilnehmer die angestrebte Grundqualifikation zum „Staatlichen Luftbeobachter“.


Bei fast zu guten, hochsommerlichen Wetterbedingungen arbeiteten sich die 24 Teilnehmer aus allen Regierungsbezirken Bayerns, darunter auch drei Frauen und erstmals seit vielen Jahren wieder ein Vertreter des THW, in die Aufgaben eines zukünftigen Luftbeobachters ein. Sie mussten dabei viele Stunden die Schulbänke der Feuerwehrschule drücken: vom Luftrecht bis zu den physikalischen Grundlagen des Fliegens, vom BOS-Funk bis zur Taktik der Waldbrandbekämpfung, von der Navigation bis zur Wetterkunde,  reichten die Unterrichtsthemen. Außerdem war mit der „Menschlichen Leistungsfähigkeit“ ein neuer Inhalt in das Lehrprogramm aufgenommen worden. Dr. Thomas Werner, selbst Pilot,  vermittelte den zukünftigen Luftbeobachtern, mit welchen körperlichen und gesundheitlichen Belastungen sie an ihrem neuen Arbeitsplatz, dem Flugzeug, zu rechnen hätten und warum während des Fluges auftretende Luftkrankheit nur am Boden behandelt werden könne.

Ein schöner aber anstrengender Ausgleich waren dann die Trainingsflüge, bei denen es die verinnerlichte Theorie in die Praxis umzusetzen galt. Fliegerischer Höhepunkt, neben der Arbeit im Flächenflugzeug, war sicherlich die Erledigung der Beobachtungsaufträge aus dem LRSt-Einsatzhubschrauber unter der sicheren Führung von Einsatzpilot Frank Kurtz, Beschäftigter des Luftamts Nordbayern, der für diesen Lehrgang auch als Theorie-Lehrer eingesetzt war.


„Härtetest“ für alle Teilnehmer, am Vorabend der Abschlussprüfung, der von Lehrgangsleiter Hermann Stieber hervorragend vorbereitet Kameradschaftsabend mit fränkischer Weinprobe,  bei dem der Leiter des Luftamts Nordbayern, Regierungsdirektor Wolfgang Brunner als Ehrengast begrüßt werden konnte, der sich bereits am Nachmittag umfassend über den Ausbildungsstand der Teilnehmer informiert hatte. Dem LRSt-Einsatzpiloten Alfred Weigand, wurde im Rahmen des Kameradschaftsabends für seine zwanzigjährige aktive Mitarbeit in der Luftrettungsstaffel und bei der Ausbildung von Luftbeobachtern die „Goldene Ehrennadel“ der Staffel durch  LRSt-Präsident Karl Herrmann verliehen.


Seit mehr als zwanzig Jahren ist Alfred Weigand, Stützpunkt Hettstadt, Einsatzpilot der Luftrettungsstaffel. Seit über zehn Jahren aktiv im LRSt-Ausbildungsteam als Pilot eingesetzt. Dafür wurde er vom LRSt-Präsidenten mit der „Goldenen Ehrennadel der LRSt“ ausgezeichnet. Zu den Gratulanten gehörten: (v.l.) Steffen Gerschner (LRSt-Ausbildungsleitert), Wolfgang Brunner (Leiter Luftamt Nordbayern), Dr. Friedrich Gerfertz (LRSt-Vizepräsident/Schatzmeister) Karl Herrmann (LRSt-Präsident), Alfred Weigand, Frank Kurtz, LRSt-Hubschrauberpilot/LuA Nordbayern), Adolf Nüßlein (LRSt-Vizepräsident) und der unterfränkische Flugbereitschaftsleiter Bernd Große.

Rechtzeitig zur praktischen Abschlussprüfung auf dem Sonderlandeplatz Hettstadt, war Innenstaatssekretär Gerhard Eck eingetroffen, um den Teilnehmern „viel Glück“ bei der Erfüllung ihrer Prüfungsaufgaben zu wünschen. Er ließ es sich nicht nehmen, ein Prüfungsteam auf dessen Flug zu begleiten und sprach im Anschluss allen Teilnehmern des Lehrgangs höchste Anerkennung für ihr ehrenamtliches Engagement aus. Drei „Realeinsätze“, bereits während der Ausbildung, ließen keinen Zweifel an der Notwendigkeit ihrer zukünftigen Tätigkeit als Luftbeobachter aufkommen.


Zuspruch vor der Abschlussprüfung: Schulleiter Dr. Roland Demke (Feuerwehrschule Würzburg) und der bayerische Innenstaatssekretär Gerhard Eck wünschten allen Teilnehmern eine „erfolgreiche Prüfung“.

Während die Teilnehmer im Theorieunterricht schwitzten, wurden die eingesetzten Flugzeuge der Staffel mit Antennen für den Digitalfunk ausgerüstet, um dann mit diesen bereits erste Erfahrungen mit dem Digitalfunk aus Flugzeugen sammeln zu können. Übereinstimmend wurde die hervorragende Sprachqualität und die störungsfreie Funktion der neuen Geräte und Antennen gelobt. Nach erfolgreichem Abschluss der Erprobungsflüge sollen, in absehbarer Zeit, die Vorrüstungen der LRSt-Einsatzflugzeuge auf den Stützpunkten und die Auslieferung der Digitalfunk-Geräte an die bayerischen Luftbeobachter erfolgen.

Mit Dank an die Teilnehmer und der Hoffnung auf ein gesundes Wiedersehen bei einem Aufbaulehrgang verabschiedeten Schulleiter Dr. Roland Demke und LRSt-Präsident Karl Herrmann die neuen Luftbeobachter in ihre Regierungsbezirke. Zu Hause angekommen konnten die Teilnehmer bereits einen Bericht des Bayerischen Fernsehens über ihre LBO-Ausbildung in der abendlichen Rundschau entspannt zur Kenntnis nehmen.

Im kommenden Jahr ist ein Aufbaulehrgang für Luftbeobachter an der Staatlichen Feuerwehrschule in Würzburg geplant.