Wissen aufgefrischt und Praxis geschult

 Der 12. Aufbaulehrgang für Luftbeobachter an der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg war anders als sein Vorläufer. Verursacht durch eine Wettervorhersage die nichts Gutes, also auch kein akzeptables Flugwetter erwarten ließ, entschieden sich die Verantwortlichen für eine Umstellung des Lehrplans: nach einer nur kurzen, theoretischen Einführung und Wiederholung am Montag wurde der Dienstag zum „Hauptflugtag“ erklärt, an dem vielfältige Aufgaben auf die Luftbeobachter warteten:

 

- Erkennen von Brandstellen und anschließendes Führen von Einsatzfahrzeugen aus der Luft

- Anfertigung einer Lageskizze mit taktischen Zeichen und Abwurf der Lageskizze bei der Örtlichen Einsatzleitung

- Koordinatenbestimmung von Dokumentationsobjekten und Anfertigung verwertbarer Doku-Bilder

- Berichte über Verkehrsfluss und Störungen auf den Autobahnen

- Abwicklung des BOS-Funks unter Einhaltung strenger Funkdisziplin, da der gesamte BOS-Funk auf einem Kanal abgewickelt werden musste

- Abfassen aussagekräftiger und einsatztaktisch verwertbarer Berichte

- Ausführen spontaner, über Funk erteilter Aufgaben

- Einstellen auf den jeweiligen Arbeitsplatz (Hubschrauber, Hoch- und Tiefdecker, Motorsegler) in Einzel- oder Teamarbeit

 

Wer danach dachte, die Arbeit sei getan, wurde eines Besseren belehrt: in Einzelkritik wurde jeder Flug akribisch durchgearbeitet, Stärken aber auch Schwächen benannt und diskutiert. Sehr schnell wurde den Betroffenen klar, wie sinnvoll es war, wieder ein Aufbaulehrgang zu besuchen, da sich trotz besuchter Lehrgänge der Stufe II auf Flugbereitschaftsebene manche Defizite nicht kaschieren ließen.

Der Mittwoch diente dem Auffrischen von Grundlagenwissen und hatte u.a. mit Blick auf das Erkennen und die Lokalisierung von Waldschädlingen aus der Luft einen neuen Schwerpunkt.

Das Erlernte und Erarbeitete umzusetzen und aus den gemachten Erfahrungen gelernt zu haben, war Hauptaufgabe im fliegerischen Teil des Donnerstags. Mit voller Konzentration und höchst motiviert wurden die Einsatzaufträge abgearbeitet, Bilddokumentationen erstellt und aussagekräftige Berichte abgeliefert. Jeder spürte, dass mit zunehmender Sicherheit im Einsatzablauf auch ein größerer Einsatzerfolg erreicht werden konnte. Das Bestehen der schriftlichen Prüfung war dann nur noch Formsache und wurde von allen Luftbeobachtern bewältigt. Alle Teilnehmer erhielten zum Abschluss des Lehrgangs wichtige Detailinformationen zur Einführung des Digital-Funks und konnten in der Abschlussrunde noch ungeklärte Probleme ansprechen. Einstimmiger Tenor aller Teilnehmer: eine Woche, die es  „gebracht“ hat. Wir werden sicher, in einigen Jahren, wieder kommen!

 

Beim traditionellen Kameradschaftsabend des Lehrgangs konnte LRSt-Präsident Karl Herrmann mit Unterstützung der Fränkischen Weinkönigin Sabine Ziegler, den Ausbildungsleiter der Luftrettungsstaffel mit der Goldenen Ehrennadel auszeichnen. Steffen Gerschner, auch Einsatzpilot und Stützpunktleiter in Mainbullau, ist seit zwanzig Jahren in der Luftrettungsstaffel aktiv und gehört dem Ausbildungsteam seit über einem Jahrzehnt an. Für seine Leistungen bekam er nicht nur die Anerkennung der Luftrettungsstaffel und der Kursteilnehmer, sondern auch den Applaus der Weinkönigin.

 

Erstmals kam bei diesem Lehrgang der neue LRSt-Hubschrauber unseres Kameraden Alfred Neubert zum Einsatz. Frisch überführt, fehlte ihm beim Gruppenbild des Lehrgangs noch das Emblem der Staffel. Dieser Mangel wurde aber schnellstens behoben. Nach einer Nacht und einem Tag, zusammen mit den Einsatzfahrzeugen der Feuerwehrschule, strahlte „Biene Maja“ nicht nur frisch poliert, sondern nunmehr als staffelzugehörig erkennbar, in der Feuerwehrhalle der Schule. Wir wünschen unserem D-HALQ, der als SEH (Schneller Einsatz-Hubschrauber) für die Oberpfalz Verwendung finden soll, immer „glückliche Landungen“ und seinen Piloten „Hals- und Beinbruch“.