Fit für einen heißen Sommer - und (fast) alles, was danach kommt!

Zum 11. Aufbaulehrgang für Luftbeobachter (LBO) hatten sich 24 der rund 300 bayerischen LBO an der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg eingefunden, um Einsatzerfahrungen auszutauschen, Grundwissen aufzufrischen, neue Techniken und Aufgabenbereiche zu erproben und in Übungseinsätzen ihr praktisches Können zu vervollkommnen.


In der Rückschau, eine anspruchsvolle, anstrengende aber höchst erfolgreiche Woche:
- Grundkenntnisse in Navigation, Luftrecht, Technik und Wetterkunde wurden aufgefrischt,
- Möglichkeiten des Waldschutzes vor Feuer und Naturschädlingen wurden erarbeitet und vertieft,
- Grundsätze des Bayerischen Katastrophenschutzes wurden vorgestellt und diskutiert,
- Technische und praktische Fertigkeiten für die Beherrschung des BOS-Funks wurden geübt,
- Neue Techniken - eps-web und Digital-Funk - wurden präsentiert und teilweise praktisch erprobt.
Höchst anspruchsvoll auch der fliegerische Teil: trotz Unwetterwarnung im Einsatzgebiet „Spessart“, trotz Sturmwarnung im Einsatzgebiet Würzburg Stadt/Land, trotz Windböen bis 35 Knoten und Starkniederschlägen wurden alle  geplanten Aufgaben  erfüllt:
- Erkennen eines Waldbrands  im Spessart und anschließendes Führen von Einsatzfahrzeugen,
- Anfertigen einer Lageskizze mittels taktischer Zeichen, die in der Landschaft ausgelegt waren, mit anschließendem Abwurf der Skizze bei der Örtlichen Einsatzleitung,
- Verkehrs- und Staubeobachtungen, Unfalldokumentationen  und Erkunden von Zufahrtswegen,
- Kfz-Brände lokalisieren und Umweltverschmutzungen erkennen,
- Daten- und Dokumentenübermittelung aus den Einsatzflugzeugen und Einpflegen in das eps-web
- Feststellen und lokalisieren von Waldschädlingen wie Kupferstecher und Eichenprozessionsspinner.
Bei allen praktischen Aufgaben wurden die Leistungen der Luftbeobachter durch die Piloten der Luftrettungsstaffel beurteilt. Das Bayerische Fernsehen begleitete ein LBO-Team bei einem Teil seiner  schwierigen Aufgaben und berichtete in einem längeren „Rundschau“-Beitrag über die „Meisterprüfung“ der ehrenamtlichen Luftbeobachter.


Höhepunkt des gelungenen und erfolgreichen Aufbaulehrgangs war zweifellos der Besuch von Innenstaatssekretär Bernd Weiß. Mit dem „Schnellen Einsatzflugzeug – SEF“ der Flugbereitschaft Unterfranken von dessen Pilot Karl Herrmann jun. in Egelsbach abgeholt und zum Stützpunkt Hettstadt gebracht, stürzte sich Weiß sofort in die Rolle des Luftbeobachters und erledigte zusammen mit den Staatlichen Luftbeobachtern, als Dritter im Team, die gestellt Aufgabe im Spessart: Waldbranderkennung und –lokalisierung, Koordinatenübermittlung  und Heranführen von Einsatzkräften an die Brandstelle. Nach 60 Minuten harter Arbeit und erfüllter Aufgabe fand er höchst anerkennende Worte für das LBO-Team und die Leistung des Piloten, LRSt-Ausbildungsleiter Steffen Gerschner. „So schwer und anspruchvoll hatte ich mir die Tätigkeit nicht vorgestellt. Wir könnend stolz auf unsere Bürger sein, die im Ehrenamt höchst professionelle Arbeit im Dienst der Öffentlichkeit leisten“, so Bernd Weiß.
Große Aufmerksamkeit schenkte Staatssekretär Weiß der praktischen Erprobung des eps-webs und der dadurch möglichen Datenübermittlung aus den Einsatzflugzeugen direkt ins Lagezentrum. Susanna Bredemeier, Regierung von Oberbayern, hatte zuvor den Luftbeobachtern den technischen und logistischen Hintergrund des Dokumentationssystems vorgestellt und ließ nun Weiß und die Luftbeobachter die praktische Umsetzung im Einsatzfall aktiv miterleben. Es war beeindruckend, wie mit geringen finanziellen Aufwendungen, aber entsprechenden technischen Einrichtungen, optimale Arbeits- und Dokumentationsmöglichkeiten im K-Fall geschaffen werden können. Diese Einrichtungen werden zukünftig auch die Arbeit der Luftbeobachter unterstützen und damit erleichtern.


Anschließend wurde Staatssekretär Bernd Weiß mit dem LRSt-Hubschrauber von Alfred Neubert in die Staatliche Feuerwehrschule Würzburg geflogen, um die Schule und deren Einrichtungen zu besichtigen und Gespräche mit dem Personal, der Personalvertretung und der Schulleitung zu führen.
Als Zeichen der Anerkennung ließ es sich Weiß nicht nehmen, als Ehrengast am traditionellen Kameradschaftsabend teilzunehmen. Schulleiter Axel Häger konnte neben dem Ehrengast auch die Weinprinzessin Sabine Ziegler und die Vizepräsidenten der Luftrettungsstaffel Bayern, Dr. Friedrich Gerfertz und Adolf Nüßlein, herzlich begrüßen. Bernd Weiß bedankte sich für die Vielfalt der positiven Eindruck und gemachten Erfahrungen, die an bei seinem Besuch machen konnte und sicherte der Luftrettungsstaffel Bayern und der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg seine volle Unterstützung zu und betonte die Unverzichtbarkeit beider Einrichtungen. Seine besondere Anerkennung brachte er nochmals für die Leistungen der Luftbeobachter, der Piloten der Luftrettungsstaffel und aller im Katastrophenschutz ehrenamtlich engagierter Kameradinnen und Kameraden zum Ausdruck.


Durch LRSt-Präsident Karl Herrmann mit den Insignien der Staffel, Krawatte und Pilotenkappe, ausgestattet, verabschiedete sich Staatssekretär Dr. Bernd Weiß zu später Stunde, wünschte den Luftbeobachtern eine erfolgreiche Theorieprüfung am nächsten Tag, den Piloten Hals- und Beinbruch und allen ein gesundes Wiedersehen.
Nachsatz: Alle Luftbeobachter haben erfolgreich abgeschlossen, den Aufbaulehrgang mit guten Noten versehen und versichert, sich zu gegebener Zeit wieder für einen Aufbaulehrgang zu bewerben.


Fotos 1 und 4: Rudi Schwab, StMI