JHV der Luftrettungsstaffel 2018: ein dreifaches Jubiläum

Im Jubiläumsjahr 2018 stand die Jahreshauptversammlung auf dem VLP Giebelstadt, ausgerichtet von der Flugbereitschaft Unterfranken, unter einem glücklichen Stern. Hervorragendes Flugwetter nutzten viele Stützpunktleiter und Einsatzpiloten zum Flug nach Giebelstadt, wo die neue Fahrzeughalle einen fast festlichen Rahmen bot. An der Spitze der Ehrengäste konnte LRSt-Präsident Karl Herrmann den Innenstaatsekretär Gerhard Eck mit Gattin begrüßen.

Gerhard Eck bedankte sich für die freundliche Einladung zur Jahreshauptversammlung und betonte, dass er gern gekommen sei. Eck erzählte vom Werdegang der Luftrettungsstaffel, den ersten Einsätzen bis zur jetzigen, gewachsenen Einsatzorganisation, die aus der Katastrophenschutzplanung des Freistaates nicht mehr wegzudenken ist und in Deutschland einmalig sei. Er gratulierte zur 50jährigen Erfolgsbilanz mit ehrenamtlichem Einsatz zur vorbeugenden Beobachtung von Waldbränden und Naturgefahren aus der Luft. Voller Stolz verkündete er ein weiteres Jubiläum: 20 Jahre „Schnelles Einsatzflugzeug (SEF)“ in Unterfranken, stationiert am Flugplatz Giebelstadt. Vor zwei Jahrzehnten erstmals in Dienst gestellt, erledigte es nahezu 350 Einsätze erfolgreich und unfallfrei. Für den Freistaat Bayern ist es ein wichtiges Glied im Katastrophenschutz zu optimalen finanziellen Bedingungen: keinerlei Vorhaltungskosten seien zu tragen, ausschließlich die Flugzeiten der Einsätze würden übernommen. Die Bilanz der Luftrettungsstaffel zeige klar auf, dass sie für den Freistaat Bayern unverzichtbar im Katastrophenschutz verankert ist.
Das ehrenamtliche Engagement sei ein wesentlicher Stützpfeiler des Hilfsleistungssystems in Bayern. Die Mitglieder der Luftrettungsstaffel Bayern seien ein Paradebeispiel dafür. Eck dankte dem Präsidenten für sein über 30jähriges Engagement und sprach Dank und Anerkennung auch dem Präsidium, den Flugbereitschafts- und Stützpunktleitern, sowie allen Pilotinnen und Piloten aus.  Er wünschte allen Einsatzkräften weiterhin Kraft, viel Erfolg und Gottes Segen.


Helmut Krämer, 1.Bürgermeister der Marktgemeinde Giebelstadt und Miteigner des Verkehrslandeplatzes, sprach ebenfalls seine Glückwünsche zum goldenen Jubiläum „50 Jahre Luftrettungsstaffel Bayern“ aus. Er berichtete über den geschichtsträchtigen Flugplatz (eröffnet 1936) und die Historie des Marktes Giebelstadt. Seit 20 Jahren komme auf dem Flugplatz auch das „Schnelle Einsatzflugzeug, SEF“ zum Einsatz und dies bereits zu Zeiten als der Flugplatz  noch US Army Airfield war.  Da die Amerikaner bis zu ihrem Abzug 2006 hinter dem Projekt SEF standen, wurde sogar einem Mitglied der Flughafenfeuerwehr die Ausbildung zum Luftbeobachter ermöglicht. Er betonte besonders die harmonische und erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Flugbereitschaft Unterfranken. Mehrere LRSt-Großübungen fanden auf dem VLP statt; u.a. „Searching Wings“ zusammen mit den amerikanischen Streitkräften oder die letzte Übung „Feuervogel“ mit Hubschraubern der Bundeswehr, der Bundespolizei und der Bayer. Hubschrauberstaffel, mit Flugzeugen der Luftrettungsstaffel und den Einsatzkräften am Boden. Zum Schluss wünschte er – nicht ganz uneigennützig für Giebelstadt - noch viele Jahrzehnte erfolgreiche Arbeit für die Bevölkerung.


Der Chef der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg, Leitender Branddirektor Dr. Roland Demke gratulierte zur 50. Jubiläumshauptversammlung und überbrachte er die herzlichsten Grüße der Mitarbeiter der SFSW. Ein drittes Jubiläum konnte er zusätzlich verkünden: 40 Jahre Luftbeobachterausbildung an der Feuerwehrschule Würzburg, zusammen mit der Luftrettungsstaffel und dem Luftbeobachtungsstützpunkt Hettstadt. Dies bedeute 40 Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Feuerwehrschule und Luftrettungsstaffel in der Aus- und Fortbildung der Luftbeobachter. Seine Vorgänger als Schulleiter, Kurt Bauer, Axel Häger und insbesondere Klaus Stelter und Hermann Stieber, als Hauptverantwortliche der LBO-Ausbildung, hätten das Fundament gelegt, auf dem heute geschult und ausgebildet würde. Den Mitgliedern und Angehörigen der Luftrettungsstaffel Bayern sprach er Dank und Respekt aus und brachte seine Freude zum Ausdruck auf die kommenden Jahre der gemeinsamen Zusammenarbeit.


Ulrich Braune, Präsident des Luftsport-Verbandes Bayern e.V. (LVB) gratulierte zu fünf Jahrzehnten erfolgreiche Arbeit der Luftrettungsstaffel Bayern für die Allgemeinheit Er betonte, dass die von Freiwilligkeit und Ehrenamtlichkeit getragene Staffel eine nicht mehr wegzudenkende Hilfsorganisation in Bayern sei. Viele der 31 Stützpunkte seien auf Vereinsflugplätzen von LVB-Mitgliedsvereinen beheimatet, und deren Vereinsflugzeuge würden zum Einsatz von ca. 320 Piloten genutzt. Er streifte die Tätigkeiten der LRSt und lobte das durch  Fortbildungsmaßnahmen qualifizierte Einsatzpersonal, sowie die enge Kooperation mit der Feuerwehrschule. Der gesamten ehrenamtlich tätigen Führung der LRSt und all ihren Mitarbeitern und Helfern wünschte er, dass die Bayerische Staatsregierung die Staffel wie bisher fördern und unterstützten möge. Er stellte die Frage in den Raum, warum es nur Bayern geschafft habe, ein solches Instrument wie die Luftrettungsstaffel  zu etablieren?  Abschließend wünschte er der Luftrettungsstaffel eine weiterhin erfolgreiche Arbeit, im Dienst für Menschen und Umwelt unserer Bayerischen Heimat.


LRSt-Präsident Herrmann stellte in einem kurzen historischen Rückblick die günstigen Voraussetzungen zur Staffelgründung dar: idealistische Luftsportvereine, Unterstützung des Luftsportverbandes und seines Präsidenten Richard Altvater, Vertreter des Landwirtschafts- und Innenministeriums die von der Notwendigkeit einer solchen Staffel überzeugt waren und eine Persönlichkeit wie Gründungspräsident Ernst Schramm sicherten den Aufbau und den Bestand der Luftrettungsstaffel. In ihrem Geiste wurde die Staffel ausgebaut und kann stolz auf ihre Leistungen verweisen.

Zusammen mit Staatssekretär Gerhard Eck konnte Präsident Herrmann drei vorbildliche Mitglieder der Luftrettungsstaffel ehren: Richard Müller, Regenburg, der trotz seines Geburtstags die Hauptversammlung besuchte, erhielt die „Ehrennadel in Silber“. Die Flugbereitschaftsleiter Fritz Frenzel, Mittelfranken, und Daniel Schwenzel, Schwaben, wurden für ihre jahrzehntelange Arbeit in Führungsämtern der Staffel mit der „Silbernen Verdienstmedaille“, der zweithöchsten Auszeichnung der Staffel, geehrt.

In harmonischer Atmosphäre wurden die satzungsmäßig vorgeschriebenen Regularien abgearbeitet und Rückschau auf das erfolgreiche Einsatzjahr 2017 gehalten. Für das Jubiläumsjahr 2018 warten neben den bald notwendig werdenden Einsatzflügen - der erste Waldbrand wurde in Oberbayern in der vergangenen Woche bereits von unserem Einsatzpiloten gemeldet – weitere Höhepunkte: die Präsentation einer Dokumentationsschrift zum 50jährigem Bestehen der Luftrettungsstaffel und der Staatsempfang des Bayerischen Ministerpräsidenten am 20. Juli 2018 um 18.30 Uhr in der Münchner Residenz.

Mit Dank an alle Ehrengäste, Tagungsteilnehmer und die Ausrichter-Crew unter der Leitung von Charles Herrmann, konnte LRSt-Präsident Karl Herrmann die Jahreshauptversammlung um 17.00 Uhr schließen und eine gute Heimfahrt und noch bessere Heimflüge wünschen.


Geehrte und Ehrengäste der Hauptversammlung: (v.L.) Richard Müller, Daniel Schwenzel, Karl Herrmann, Dr. Roland Demke, Gerhard Eck, Uli Braune, Helmut Krämer und Fritz Frenzel.

Bildnachweis:
Eck, Dr. Demke, Braune und Herrmann: Meißner, Main-Post
Gruppe und Krämer: Lehmacher, LRSt-Presse