LRSt-Jahreshauptversammlung auf neuem Stützpunkt Gunzenhausen

Die Jahreshauptversammlung 2016 im Vereinsheim der Fliegervereinigung „Gelbe Bürg“, auf dem Flugplatz Gunzenhausen-Reutberg,  eröffnete Präsident Karl Herrmann mit dem Gedenken an verstorbene Mitglieder. Stellvertretend gedachte man des Ehrenmitglieds Staatsminister a.D. Simon Nüssel, Einsatzpilot der ersten Stunde, der in seinen politischen Funktionen wesentlich dazu beigetragen hat, dass die Luftrettungsstaffel im Katastrophensystem des Freistaates Bayern verankert wurde.
Bei den anstehenden Ehrungen konnte Präsident Herrmann zwei aktive Einsatzpiloten aus der Flugbereitschaft Schwaben, Werner Rühmann und Michael Summa, in Anerkennung für ihren Einsatz für die Luftrettungsstaffel, mit der Ehrennadel in Silber auszeichnen.

Bereit für den Digitalfunk
Die Aktion Digitalfunk war einer der wesentlichen und zeitaufwendigen Tätigkeiten der Staffel, obwohl dieses Feld nicht der direkte Zuständigkeitsbereich der Luftrettungsstaffel ist. Da aber die Staatlichen Luftbeobachter keinen eigenen Sprecher besitzen, hatte sich Präsident Herrmann der LBO-Sorgen angenommen. Es galt dabei

-          für die Beschaffung der und Finanzierung der digitalen LBO-Funkausstattungen zu sorgen

-          sich um die einheitliche Funkausbildung der Luftbeobachter zu kümmern

-          zusammen mit der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg die unterschiedlichen Gerätefabrikate auf ihre „Lufttauglichkeit zu testen

-          bei der Zusammenstellung der LBO-Funkausrüstung (Funkkoffer) behilflich zu sein

und ihre primären Aufgabe zu erfüllen: die Umrüstung der Einsatzflugzeuge auf Digitalfunk taugliche Antennen!

Die Großaktion wurde erfolgreich abgeschlossen. Alle Einsatzflugzeuge sind mit neuen Antennen ausgerüstet, alle Bezirksregierungen haben die Funkausrüstung für ihre Luftbeobachter übernommen. Die Funkausbildung der Luftbeobachter erfolgt durch Multiplikatoren der Regierungsbezirke, die für diese Aufgabe eigens an der Staatlichen Feuerwehrschule geschult wurden.

 

Wie Hermann Stieber, Staatliche Feuerwehrschule Würzburg,  ergänzte, sei die Ausrüstung ein Komplett-Set, in dem lediglich die Sicherheitskarten noch fehlen, die bei der autorisierenden Stelle Bayern bestellt sind und in den nächsten Tagen nachgeliefert werden. Trotzdem seien die Geräte bereits jederzeit mit einer „freien Karten“ nutzbar.

Der Kampf um Stützpunkte
Der Verlust von Stützpunkten durch Strukturwandel, wie in Fürth-Seckendorf oder in Herzogenaurach ist hart, aber nachvollziehbar. Der Verlust von Fürstenfeldbruck und der drohende Verlust von Erding allerdings nicht. Im Jahr 2015 fand zur Stärkung des Stützpunktes die LRSt-Jahreshauptversammlung in Fürstenfeldbruck statt. Voran gegangen waren Gespräche mit politischen Vertretern auf kommunaler Ebene und Gespräche mit der Presse. Trotzdem hat sich die Gemeinde Maisach gegen einen Flugplatz entschieden und der Flugbetrieb musste eingestellt werden. Politisch war keine Unterstützung für den Erhalt des Platzes zu finden. Damit war der Stützpunkt Fürstenfeldbruck für die LRSt verloren und schied zum Jahresende aus der Staffel aus. Präsident Karl Herrmann wollte es nicht versäumen, den Kameraden aus Fürstenfeldruck Lob und Anerkennung auszusprechen. Sie haben über vier Jahrzehnte hervorragende Arbeit geleistet und waren stets zuverlässige Partner. Mit kräftigem Applaus für die Kameraden bedankte sich die Jahreshauptversammlung und gab der Hoffnung Ausdruck, dass Fürsty bald wieder eine fliegerische Heimat finden möge.

Die Jahreshauptversammlung beauftragte einstimmig Flugbereitschaftsleiter Jürgen Wehrens mit der DLR in Oberpfaffenhofen Kontakt aufzunehmen und einen Staffelbeitritt anzustoßen.

Bereits 2013 wurde durch die JHV in Erding versucht, die Gemeinde zu überzeugen, wie wertvoll der Flugplatz und die Luftrettungsstaffel für die Sicherheit in der Region sei. Hier stellt sich die Situation positiver dar. Trotz Entwidmung und Unterbringung von Asylanten ist die verbleibende Fläche groß genug, um Flugbetrieb aufrecht zu erhalten. Das Einverständnis der Regierung von Oberbayern, des Luftamts Südbayern, sowie des Standortältesten ist gegeben. Diskutiert wird  derzeit ausschließlich die finanzielle Frage der Platznutzung. Hier sollte mit Unterstützung durch die Umweltministerin und den Innenminister eine baldige Lösung gefunden werden.

Monitorfrequenz 129,900 bei den Leitstellen
Bereits vor Jahren haben alle Leitstellen ein Flugfunkgerät erhalten, das auf der Frequenz 129,900 mitgehört werden soll. Zivilen Flugrettungsorganisationen und der LRSt wurde damit die Möglichkeit gegeben, auf einer Flugfunkfrequenz die Rettungsleitstellen direkt anzusprechen. Die drohende Abschaffung dieser Frequenz sieht die Luftrettungsstaffel als höchst problematisch an. Da bei Flügen ohne Luftbeobachter an Bord auch kein BOS-Funkgerät zur Verfügung steht, ist diese Frequenz die einzige Möglichkeit, direkten Kontakt mit der Leitstelle aufzunehmen. Die Luftrettungsstaffel hat sich deshalb um die weitere Vorhaltung der Flugfunkgeräte bei den Leitstellen bemüht. Leider steht eine abschließende Antwort des Innenstaatssekretärs Gerhard Eck noch aus.

Kassengeschäfte
Seit über 40 Jahren verwaltet Schatzmeister Dr. Gerfertz die Finanzen der Luftrettungsstaffel mit großem Erfolg und hofft, dies bis zum 50jährigen Jubiläum der Staffel, in 2 Jahren, weiterhin zu können. Er stellte den Finanzbericht 2015 und den  Haushaltsplan für 2016 detailliert der Versammlung vor und erhielt für seine Ausführung höchstes Lob. Dem schlossen sich im Revisionsbericht 2015 die beiden Revisoren Dieter Naber und Bernd Große an und sprachen dem Schatzmeister für seine klar nachvollziehbare und einwandfreie Kassenführung Dank und Anerkennung aus. Schatzmeister und Vorstandschaft wurden daraufhin einstimmig entlastet.

Aus dem Kalender
24. mit 26. Juni 2016: Lehrgang für LRSt-Personal an der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg
11. mit 15. Juli 2016:   Fortbildungslehrgang Stufe III für Luftbeobachter an der SFS Würzburg
Oktober 2016: Präsidiumssitzung in Greding
April 2017: LRSt-Jahreshauptversammlung auf dem VLP-Giebelstadt

Neuer Stützpunkt Gunzenhausen

Bereits am Vormittag fand in einem gelungenen Festakt die In-Dienst-Stellung des neuen Stützpunktes Gunzenhausen statt. Nach der Begrüßung durch den Vereinsvorstand Reiner Stark (li), folgten die Grußworte des 1. Bürgermeister Gunzenhausens, Karl-Heinz Fitz (2.v.r.) und durch Landrat Gerhard Wägemann(5.v.r.). Staatsminister Joachim Herrmann stellte die Bedeutung der Luftrettungsstaffel für den Katastrophenschutz in Bayern und das ehrenamtliche Engagement  der Staffelmitglieder für die Allgemeinheit in den Vordergrund seiner Festrede.
Anschließend nahm LRSt-Präsident Karl Herrmann die offizielle In-Dienst-Stellung mit Übergabe des Stützpunktwappens und der LRSt-Ausweise an Stützpunktleiterin Angela Baumgartner(r.) vor. Nach den Ausführungen von Innenminister Herrmann über die digitale Zukunft des BOS-Funks und nach derKurzvorstellung des LBO-Funkkoffers durch Dr. Roland Demke, Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg, überreichte Joachim Herrmann die Funkkoffer an die mittelfränkischen LBO-Vertreter.
Stützpunktleiterin Angela Baumgartner hatte mit ihrem Team den Festakt hervorragend vorbereitet und eindruckvoll die Zusammenarbeit im neuen Stützpunktverein präsentiert.