Ein heißes Wochenende für die Luftrettungsstaffel

Während sich die Stützpunktleiter und das Präsidium der Staffel am ersten Aprilwochenende in Eschenbach zur Jahreshauptversammlung trafen, bereiteten sich die Einsatzpiloten auf ihre Überwachungsflüge vor. Fast ganz Bayern musste wegen hoher Waldbrandgefahr beflogen werden. Niemals zuvor waren die Flugzeuge der Staffel zu so früher Jahreszeit in dieser Häufigkeit angefordert worden.

So wusste Einsatzleiter Karl Herrmann jr. der Hauptversammlung berichten, dass bereits 73 Einsatzflüge mit einer Flugzeit von mehr als 100 Stunden durchgeführt und dokumentiert wurden. Bei diesen Beobachtungsflügen konnten folgende Schadenslagen gemeldet bzw. Aufträge erfüllt werden: 120 Kontrollen von Feuerstellen, drei Flächenbrände, ein unbeaufsichtigtes Feuer, zwei Luftbilddokumentationen und sechs Verkehrsmeldungen. Wenn man den „Wetterfröschen“ Glauben schenken darf, steht der Luftrettungsstaffel eine heiße Überwachungssaison bevor.

Pressereferent Alfred Neubert stellte in seinen Ausführungen die „Einzigartigkeit“ der Luftrettungsstaffel und die Organisation der Waldbrandüberwachung in Bayern als ein Novum in Deutschland dar, das  dem Steuerzahler, gegenüber anderen Bundesländern, hunderttausende von Euros jährlich spare. Die Luftrettungsstaffel habe aber nicht nur die Waldbrandüberwachung als Aufgabe. Neben der Gewässer-, Umwelt- und Lawinenüberwachung würden auch Luftbilddokumentationen für Behörden und  Archäologen erstellt, vermisste Personen gesucht, Verkehrsbeobachtungen durchgeführt und als eine der wichtigsten Aufgaben, in Zusammenarbeit mit der staatl. Feuerwehrschule Würzburg, die Aus- und Fortbildung der Luftbeobachter durchgeführt!!

 
Personalia
Leider wurde auch die Staffel nicht vor herben Verlusten verschont. So gedachte man der verstorbenen Kameraden: Ehrenpräsident Ernst Schramm, Ehrenmitglied und Leiter des Referats „Personal“ Johann Weinholzner, Stützpunktleiter Dr. Otto Bader und Stützpunktleiter a.D. Helmut Triebler.
Ein erfreulicher Anlass hingegen, der 90. Geburtstag von Ehrenmitglied, Schatzmeister
und Vizepräsident Dr. Gerfertz vor wenigen Tagen, bei guter Gesundheit. Die Versammlung gratulierte herzlich und hofft, dass Gründungsmitglied Fritz Gerfertz der Staffel noch lange als Schatzmeister zur Verfügung steht.
Die größte Änderung bei den vorangegangenen Wahlen auf Stützpunkt- und Flugbereitschaftsebene gab es in Schwaben. Der langjährige Stützpunkt- und Flugbereitschaftsleiter Werner Mühlhäuser legte seine Ämter in jüngere Hände. Sein Nachfolger als Flugbereitschaftsleiter wurde Daniel Schwenzel, Donauwörth. Zum Abschied aus dem Präsidium der Luftrettungsstaffel erhielt Mühlhäuser nicht nur den „Ehrenkrug“ der Staffel, sondern für sein Wirken die Verdienstmedaille der Luftrettungsstaffel in Gold. In seiner Laudatio würdigte Präsident Herrmann die „Lebensleistung“ von Kamerad Mühlhäuser. Würde man seine Tätigkeitszeiträume für die Luftrettungsstaffel addieren, so käme man auf 83 Jahre intensiven Einsatzes (32 Jahre Einsatzpilot, 30 Jahre Stützpunktleiter, 21 Flugbereitschaftsleiter in Schwaben). Dieser Einsatz über drei Jahrzehnte verdiene höchste Anerkennung.


Die Auszeichnung von Werner Mühlhäuser (li.) mit der Verdienstmedaille in Gold ist Ausdruck von Respekt und Anerkennung für ein wertvolles Präsidiumsmitglied der Luftrettungsstaffel und dessen vorbildliche Einstellung zur ehrenamtlichen Aufgabe der bayerischen Luftbeobachtung.


Mit einem neuen Amt versehen wurde der bisherige Referatsleiter „Einsatz“ Karl (Charles) Herrmann jr. Er übernimmt  zusätzlich das Referat „Personal“. Seit mehr als zwanzig Jahren ist er in Luftrettungsstaffel aktiv: Einsatzpilot für das SEF, im Lehrstab der Staffel, Webmaster und Referatsleiter „Einsatz“. Voller Stolz konnte er aus der Hand des Präsidenten, seines Vaters, die „LRSt-Ehrennadel in Gold“ in Empfang nehmen.

 

Wahlergebnisse
Nach dem Haushaltsbericht 2013, vorgetragen von Schatzmeister Dr. Fritz Gerfertz, und dem Bericht der Revisoren Bernd Große und Dieter Naber, wurde auf deren Antrag dem gesamten Präsidium „Entlastung“ erteilt, so dass einer Neuwahl nichts mehr im Wege stand. Die Wahlen, unter der Leitung von Christoph Lermer, brachten folgende Ergebnisse:

Präsident Karl Herrmann,

1.Vizepräsident/Schatzmeister Dr. Friedrich Gerfertz,

2.Vizepräsident Alfred Nüßlein,

Revisoren Dieter Naber und Bernd Große.

Alle Kandidaten wurden ohne Gegenkandidaten einstimmig wiedergewählt.

 
Sonderstatus der Luftrettungsstaffel

In seinen Ausführungen ging Präsident Herrmann u.a. nochmals auf den besonderen Status der Luftrettungsstaffel als Einheit des Katastrophenschutzes ein. So erfolgen alle angeordneten Einsätze der Staffel im hoheitlichen Auftrag und erhalten dadurch einen Sonderstatus. In diesen Fällen kann auch von der generellen Außenstart- und Landegenehmigung und der „Tieffluggenehmigung“ Gebrauch gemacht werden. Die mitfliegenden Luftbeobachter sind grundsätzlich keine Passagiere sondern Mitglieder der Besatzung! Da alle Einsatzflüge ohne Aufwandsentschädigungen oder Entgelte an die Piloten erfolgen, können diese Flüge selbstverständlich auch von „LAPL-Piloten“, so sie Einsatzpiloten der Staffel sind, durchgeführt werden.
Um für die Zukunft gerüstet zu sein hat das Innenministerium die Regierung von Unterfranken beauftragt, digitale Funkgeräte und passende Hör-Sprech-Garnituren für Luftbeobachter zu beschaffen (je ein Set pro Stützpunkt). Bis zu deren Lieferung wird von der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg zusammen mit dem SEF versucht, eine individuell passende Lösung des Antennenproblems für alle  Einsatzflugzeuge zu finden.
Zum Abschluss der Jahreshauptversammlung dankte Präsident Herrmann allen Teilnehmern und besonders Stützpunktleiter Raimund Rodler, der Tagung und Rahmenprogramm perfekt vorbereitet hatte. Für 2015 ist die Luftrettungsstaffel  vom Stützpunkt Fürstenfeldbruck zur Jahreshauptversammlung eingeladen


Gruppenbild mit Damen. Nach dem Empfang durch Bürgermeister Lehr im Eschenbacher Rathaus stellten sich die Präsidiumsmitglieder mit ihren Damen auf der Rathaustreppe dem Fotografen.