Jahreshauptversammlung 2012 in Passau

Von Ehrenmitglied und Referatsleiter Johann Weinholzner glänzend vorbereitet, fand die Jahreshauptversammlung 2012 in der Dreiflüssestadt Passau statt. Nach dem Empfang im Rathaus der Stadt durch Bürgermeister Dr. Anton Jungwirth konnte Präsident Karl Herrmann die Versammlung um 14.00 Uhr im Beisein zahlreicher Ehrengäste eröffnen.In ihrem Grußwort freute sich Gerlinde Kaupa, Stellvertretende Landrätin des Kreises Passau, über die Wahl des Ausrichtungsortes. Sie hob die Bedeutung der Luftrettungsstaffel – Schlimmeres von unserem Land, der Bevölkerung und der Natur abzuwenden - als eine besondere Herausforderung hervor. Wichtige Partner dabei seien aber auch die Feuerwehren aus den Städten  und Landkreisen. Bekannte Schlagworte wie „Engel der Lüfte“ oder „das fliegende Auge des Katastrophenschutzes“ seien höchst  zutreffend für die Staffel. Abschließend bedankte sie sich für das ehrenamtliche Erbringen dieser Leistungen und bat, dies zum Wohle der Allgemeinheit, auch weiterhin  zu tun.
Dr. Roland Demke, Leiter der Staatl. Feuerwehrschule Würzburg, nutzte diese Gelegenheit, um sich vorzustellen. Die gewachsene, gute Verbindung zwischen der Feuerwehrschule Würzburg und der Luftrettungsstaffel Bayern möchte er kameradschaftlich weiter pflegen.
Für den Landes-Feuerwehrverband sprach Kreisbandrat Dieter Schlegl und übermittelte die Grüße des Vorsitzenden Alfons Weinzierl. Die Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren und der LRSt habe sich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt und sei traditionell gewachsen.
Ehrengast Andreas Scheuer, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, dankte den Mitgliedern der LRSt für den unschätzbaren Dienst zum Wohl der Allgemeinheit und für ihr ehrenamtliches, freiwilliges Engagement. „Prävention durch Luftbeobachtung ist gelebter Umweltschutz“, so Scheuer

Als äußeres Zeichen des Dankes wurden im Rahmen der Jahreshauptversammlung folgende Kameraden geehrt:
Dieter Schlegl – Stadtbrandrat der Stadt Passau, Josef Ascher – Kreisbrandrat des Lkr. Passau, Christoph Lermer – Flugbereitschaftsleiter  Niederbayern, Wolfgang Alpers - Einsatzpilot, Peter Thanner – Stützpunktleiter Eichstätt und Walter Pausch  - Stützpunktleiter Fürstenfeldbruck.                  
In seiner Laudatio führte der Präsident u.a. aus, dass sich Walter Pausch, seit 1990 Einsatzflugzeugführer und seit 1998 Stützpunktleiter in Fürstenfeldbruck, mit großem Engagement und viel Erfolg für eine hohe Einsatzbereitschaft eingesetzt habe. Als die Zukunft des Stützpunktes wegen Schließung des militärischen Flugplatzes gefährdet war, hat er die entscheidenden Schritte eingeleitet, den Vorstand des Vereins bei der weiteren Nutzung von Teilen des Militärgeländes zu unterstützen.

Besondere Schwerpunkte im anschließenden Bericht des Präsidenten waren:
- die Ergebnisse der gemeinsamen Gesprächsrunde der K-Sachbearbeiter im Innenministerium im Hinblick auf Einsatzkriterien der Staffel
- die neuen Stundenpreise für die Einsatzflugzeuge
- die Vertretung der Staffel bei vielfachen Anlässen
- Teilnahme der Staffel am Fotowettbewerb „Ehrenamt“
- Ausrüstung der LRSt-Flugzeuge mit Digitalfunk
- der neue Waldbrandindex (WBI)
Er richtete abschließend den Dank an alle Mitglieder der Staffel, die zur erfolgreichen, unfallfreien  Bewältigung der gestellten Aufgaben, ehrenamtlich aber professionell, beigetragen haben.

Personalreferent Weinholzner gab einen Überblick zur Altersstruktur der Staffel.
Ab sofort wird das Ablaufdatum der Einsatzausweise grundsätzlich der  31.12. eines Jahres sein. Ausweise, die länger als 2 Jahre abgelaufen sind, gelten als erloschen; Piloten mit solchen Ausweisen können nicht mehr für die Aufgaben der LRSt eingesetzt werden!

Ausbildungsleiter Gerschner berichtete, dass im vergangen Jahr in allen Flugbereitschaften Standortschulungen der Stufe II erfolgreich durchgeführt wurden. An der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg fand ein LBO-Fortbildungslehrgang Stufe III statt.  2012 wird dort wieder ein LBO-Grundlehrgang abgehalten. 
Im Rahmen der Ausbildungen wurden 218 Flüge mit einer Gesamtflugzeit von 134 Stunden durchgeführt.

Im Juni 2012 ist wieder ein Lehrgang für Stützpunktleiter und Führungspersonal in Würzburg  in Planung.

Aus dem Bericht des Referatsleiters Einsatz ging hervor:
die 312 Einsatzflugzeugführer/-innen der Staffel haben mit ihren 156 Flächenflugzeugen und 5 Hubschraubern insgesamt 9478 Flüge mit einer Flugzeit von 7034 Stunden zur Unterstützung der Katastrophenschutzbehörden und der Forstverwaltung erbracht.
Unentgeltliche Luftbeobachtung: 8970 Flüge mit einer Gesamtflugzeit von: 6.484 Stunden
Angeordnete Luftbeobachtung:   290 Einsätze mit einer Gesamtflugzeit von: 416 Stunden Die angeordneten Flüge erreichten das Niveau des Vorjahres
Bei den Flügen wurden folgende Ereignisse dokumentiert:
127 Rauchentwicklungen / 12 Waldbrände / 8 Flächenbrände / 7 unbeaufsichtigte Feuerstellen / 2 Hausbrände / 7 Luftbild-Dokumentationen für Behörden / 20 Verkehrsinformationen-Unfälle / 8 Dokumentationen von Wald- und Baumschädlingen / 2 Personensuchen
Präsident Herrmann ergänzte, dass die 10-Jahresbilanz der Einsätze zeige, dass in diesem Zeitraum länger geflogen wurde, als in den 34 Jahren seit Gründung der Staffel zusammen.

Öffentlichkeitsreferent Alfred Neubert trug vor, dass es trotz der kurzen „Waldbrandsaison“ gelungen ist,  die Luftrettungsstaffel und die staatlichen Luftbeobachter als kostengünstigen und einzigartigen Bestandteil im bayerischen Katastrophenschutz darzustellen. Darüber hinaus beweist auch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Präsident Karl Herrmann den hohen Stellenwert der Luftrettungsstaffel im Innenministerium.
Aktuell wurde über die Presse eine Diskussion angestoßen, welche in Bezug auf den Waldbrand bei Amorbach die Frage öffentlich aufgeworfen hat, ob denn größerer Schaden hätte verhindert werden können, wenn regionale Aspekte bei der Einstufung der Waldbrandgefahr berücksichtigt und Überwachungsflüge angeordnet gewesen wären. Die konkrete Frage – „ob vorsorglich einmal öfter fliegen und nicht mehr der Waldbrandindex des Deutschen Wetterdienstes als „Alibi“ für nicht angeordnete Luftüberwachung herhalten muss!

 
Schatzmeister Dr. Friedrich Gerfertz referierte detailliert den Finanzbericht 2011 und den Haushaltsvoranschlag 2012. Für seine Arbeit erhielt er von den Revisoren und der Versammlung höchste Anerkennung, so dass der Vorstandschaft einstimmig Entlastung erteilt werden konnte.

Mit Dank an alle Ehrengäste, Präsidiumsmitglieder, Stützpunktleiter und Einsatzpiloten schloss Präsident Herrmann die harmonische Versammlung. Der Ort der nächsten Jahreshauptversammlung wird auf der  Präsidiumssitzung im Oktober festgelegt.

 

(v.l.)Ehrenpräsident Reiner Vorholz, Präsident Karl Herrmann, Ehrenmitglied  Personalreferent Johann Weinholzner, Christoph Lermer (Ehrennadel Silber), Walter Pausch (Verdienstmedaille Bronze), Ehrenmitglied Vizepräsident Schatzmeister Dr. Friedrich Gerfertz, Peter Thanner (Ehrennadel Gold) Vizepräsident Adolf Nüßlein, Wolfgang Alpers (Ehrennadel Silber) und die Feuerwehrkameraden Stadtbrandrat Dieter Schlegel  und Kreisbrandrat Josef Ascher (beide Ehrennadel Gold) waren stolz auf ihre Auszeichnungen.