Mit den Augen des Luftbeobachters

Der 18. Fortbildungslehrgang für LRSt-Personal  stellte die Arbeit des Luftbeobachters in den Mittelpunkt. Da es zu den primären Aufgaben der Stützpunkt- und Flugbereitschaftsleiter gehört, Fortbildung der Stufe II für Luftbeobachter vorzubereiten und durchzuführen, war der Wunsch laut geworden, in die Rolle des Luftbeobachters zu schlüpfen, um dessen Arbeit besser unterstützen zu können. Dem entsprechend sah der Lehrplan des Fortbildungslehrgangs den Umgang mit der UTM-Gitternetzkarte ebenso vor, wie das Erkennen von Feuerwehrfahrzeugen aus der Luft, das Bedienen von BOS-Funkgeräten und die Grundlagen des BOS-Funks in der Praxis. In diesem Zusammenhang geht ein besonderer Dank an das Lehrpersonal der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg, für deren Unterstützung beim Theorieunterricht und der Aufgabenbewältigung – sei es als Darsteller oder Funk-Helfer – im fliegerischen Teil der Ausbildung.
Hoch aufschlussreich und durch aussagekräftiges Bildmaterial beeindruckend ergänzt, war der Vortrag von Dr. Dr. Gabriela Lobinger, Bayerische Landesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (LWF) über die Erkennung von Baumschädlingen – Borkenkäfer und Eichenprozessionsspinner – aus der Luft. Ihr Fazit: es gibt kaum eine schnellere und preiswertere Möglichkeit großflächig Waldschäden zu erfassen, als aus der Luft. Hier wird die Luftrettungsstaffel in Zukunft (leider) ein weiteres Betätigungsfeld finden.


Aus dem Innenministerium angereist, führte Ministerialrat Herbert Feulner in die Grundlagen und Besonderheiten des Katastrophenschutzes in Bayern ein und erläuterte die Einbindung der Luftrettungsstaffel in das Gesamtsystem. Er lobte die Staffel für ihren ehrenamtlichen Einsatz und erklärte, dass er sich stets überzeugt für die Belange – auch die finanziellen – der LRSt einsetzen werde.
Höhepunkt des Lehrgangs, im Beisein von Ministerialrat Feulner, waren die am Flugtag zu lösenden Aufgaben. LRSt-Einsatzleiter Karl Herrmann jun. hatte, zusammen mit der Staatlichen Feuerwehrschule, vier Flüge mit unterschiedlichen Schwerpunkten vorbereitet. Der richtige Umgang mit der UTM-Gitternetzkarte war ebenso wichtig, wie der mit dem Fotoapparat zur Dokumentationserstellung. Das genaue Anfliegen von Bodenobjekten die durch Koordinaten bestimmt waren, das Entdecken und Lokalisieren eines Brandes – dargestellt durch einen Rauchgenerator der Feuerwehrschule – waren ebenso gefordert wie das Führen von Einsatzfahrzeugen und Schätzen von Flächen (Solar-Park). Die LRSt-Luftbeobachter konnten bei der Lösung ihrer Aufgaben unterschiedliche Flugzeugmuster und einen Hubschrauber in der Praxis erproben und lösten die gestellten Aufgaben durchwegs erfolgreich. Interessant und erfolgreich war die Übermittlung von Dokumentationsbildern aus dem Hubschrauber mit dem iPhone. Wenige Sekunden nach der Aufnahme standen die Bilder der Einsatzleitung in ausreichender Qualität zur Verfügung!


Wie schnell aus einer Übung Ernst werden kann, konnte die Besatzung Summa/Möller mit Pilot Bernd Große erfahren. Auf ihrem letzten Übungsflug entdeckten und lokalisierten sie ein brennendes Getreidefeld. Über BOS-Funk verständigten sie die Leitstelle und warteten das Eintreffen der Löschfahrzeuge ab. Erst dann konnten sie ihren Übungsflug erfolgreich fortsetzen.
Der letzte Vormittag diente der Auswertung der Übungsflüge, der Auseinandersetzung mit dem Abrechnungs- und Finanzsystem der Staffel, vorgestellt an Ehrenmitglied und Schatzmeister Dr. Fritz Gerfertz und allgemeinen Fragen zum Aufbau und der Organisationsstruktur der Luftrettungsstaffel. Der LRSt-Intern-Bereich des Internets und die dort hinterlegten Informationen wurden ebenfalls ausführlich behandelt. Pünktlich vor dem  Mittagessen, nach Überreichung der Lehrgangsbestätigungen, konnte Präsident Karl Herrmann, mit Dank an die Feuerwehrschule Würzburg und den Lehrstab der LRSt, die Lehrgangsteilnehmer nach Hause entlassen.